Im Tarifstreit der Metallindustrie rechnet Gewerkschaftsboss Jörg Hofmann mit einer „ordentlichen“ Lohnerhöhung. Die Arbeitgeber warnen die IG Metall vorn zu hohen Forderungen – diese gefährdeten Arbeitsplätze.

Kommentare

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  • Wir kriegen doch in Deutschland nix großes mehr fertig ;), vielleicht ist das gar nicht schlecht... Ich weiß nicht, was Sie sich von "Großwerken" versprechen, aber wie viele stehen denn im Silicon Valley?

    Unsere Lohnkosten sind nicht zu teuer, internationale Vergleiche hinken immer auf mindestens 3 Beinen. Von zwei. Selbst, wenn sie dieses nicht täten: Es macht überhaupt gar keinen Sinn für eine entwickelte Volkswirtschaft wie unsere in einen Preiskampf mit Taiwan oder Vietnam zu treten. Deswegen tun das die meisten zum Glück auch nicht. Ich weiß, BWL ist nicht 1:1 auf VWL übertragbar, aber um es vereinfacht zu sagen, wir können nur die Qualitätsführerschaft anstreben, nicht Preis.

    Bezüglich der Erbschaftsteuer, man kann immer etwas anders sehen, ist ja ein freies Land, und ich glaube auch nicht an objektive Wahrheiten. Aber ich glaube, dass jemand, der in Deutschland eine Million pro Jahr Brutto verdient (und davon gibt es inzwischen laut Wikipedia fast 20.000), also einen guten Job in einem (relativ) friedlichen, sicheren, infrastrukturell... ok, blödes Thema ;-)... Jedenfalls ist es schön hier. Für seinen "Exodus" braucht er erstmal einen ähnlich gut bezahlten Job in einem anderen Land, muss dafür alles zurücklassen, was ihm hier lieb ist.. Und das, um im Jahr 3-4% weniger nicht mehr konsumierbaren Überfluss zu haben? Gibt sicher ein paar Dagobert Ducks, auf die das zutrifft, aber das ist ganz sicher endlich. Und die kann man immer noch dran kriegen, indem man die Steuerpflicht an die Staatsbürgerschaft koppelt und die Beziehungen zu dem kriminellen Alpenstaat südlich von BW auf die Probe stellt.

    Aber das betrachtet natürlich erstmal nur die Einkommen. Ich rede primär davon, die wenigen, riesigen Geldberge schrittweise abzubauen.

    Einfach mal das vorhandene Geldvermögen und das BIP durch die Anzahl der Einwohner zu teilen zeigt: Es ist genug für alle da. Es muss Ungleichheit geben, keine Frage. Aber auch einen kleineren Rahmen dafür als bisher.

  • Sehr geehrter Herr Gessw.,

    wann wurde in D zuletzt ein "Großwerk" errichtet? Wieviele "Großwerke" errichteten Deutsche Unternehmen im Ausland? Wieviele Arbeitsplätze wurden seither in's Ausland verlegt? Einfach mal recherchieren, es gibt mehr als genug Beispiele.

    Im internationalen Vergleich sind unsere Lohnkosten zu teuer. Da gibt es keine Diskussion. Wie würden Sie als Unternehmer darüber denken, wenn Sie im internationalen Wettbewerb mit Koreanern und Chinesen stehen?

    Das mit der Erbschaftssteuer könnte man auch anders sehen. Googeln Sie mal unter "Millionärsexodus" und dessen Folgen. So unglaublich es ist, aber durch den Millionärsexodus sinkt sogar unsere Armutsquote.

  • @Herr F. Gessw: Man kann sich nicht leisten Menschen für Ihre Arbeit zu bezahlen, dafür kann man es sich leisten Pleitestaaten wie den USA die Produkte für leere versprechen zu verkaufen.

    Was heißt das?

    Die Menschen hierzulande sind nicht so wichtig wie anderswo, weil die Elite nunmal größtenteils in den USA sitzt und die dortige Bevölkerung nicht strangulieren möchte, aber wir können für deren Kriege und Kriegsfolgen bezahlen.

    Wir sind eine Kolonie und eine Kolonie muss halt gewisse Sachen akzeptieren.

  • Mimimi Arbeitsplätze, ist ja nicht zum aushalten die ewige Leier. Und Unsinn ist es auch. Deutschland als Exportweltmeister hätte schon längst die Binnennachfrage durch höhere Löhne auf breiter Front stärken müssen, das hört man auch fortlaufend von so ziemlich allen "Experten" (jaja...).

    Gute Löhne für gute Arbeit können wir uns leisten, niedrigere Steuern für Reiche, kriminelle Banken und korrupte Politiker aber nicht. Trickle Down ist Schwachsinn, Herr Müller! Hohe Erbschaftsteuern haben noch nie ein Unternehmen ruiniert, dann geht eben ein Teil des Eigentums an Investoren, die Belegschaft, wen auch immer. Als ob durch die Übernahme des Szepters durch Papas Prinz(essin) irgendwas per se hier gesichert würde, mal abgesehen von deren Lebensstil...

  • Unsere Mitbewerber sitzen nicht in Frankreich, Österreich oder Italien. Unsere Mitbewerber sitzen in Korea, China und den USA. Qualitativ und innovativ sind diese zwischenzeitlich sogar besser als wir Deutschen. Unsere Mitbewerber werden durch günstigere Steuern (USA!), hierzu zählt auch die Erbschaftssteuer, deutlich bevorzugt. Zudem müssen sich unsere Mitbewerber nicht mit den Auflagen und dem weltweit kompliziertesten Steuer- und Abgabenrecht herumschlagen. Deutschlands Steuer- und Abgabenquote zählt zu den höchsten weltweit. Und nun fordert die IG-Metall noch mehr Zugeständnisse von den Arbeitgebern!! Wieviele Firmen mußten bisher aufgeben oder den Sitz in das Ausland verlegen? Mit solchen Forderungen der IG-Metall kommt sicher kein Unternehmen zurück und das ein oder andere macht sich ernsthafte Gedanken.... Der Letzte macht dann das Licht aus!

Mehr zu: Mehr Geld und Arbeitszeitverkürzung - IG Metall will nicht locker lassen

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