Mehr Haushalte im Osten betroffen
Zahl der überschuldeten Haushalte nimmt zu

Immer mehr Verbraucher können ihre Schulden auch dann nicht mehr bezahlen, wenn sie ihren Lebensstandard deutlich reduzieren. Vor allem Arbeitslosigkeit und familiäre Probleme treiben die Menschen in den Ruin.

HB BERLIN. Die Zahl der überschuldeten Haushalte in Deutschland nimmt weiter zu. 2002 waren 3,1 Millionen Haushalte oder 8,1 Prozent aller Haushalte überschuldet, wie die «Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung» unter Berufung auf eine Studie des Bundesfamilienministeriums berichtet.

Drei Jahre zuvor waren es noch 2,7 Millionen Hausalte. Im Jahr 1994 galten zwei Millionen Haushalte als überschuldet. Der steigende Trend der vergangenen Jahre setzt sich weiter fort, heiße es in der Studie. Überschuldet ist nach der Definition der Studie, wer auch bei dauerhafter Reduzierung seines Lebensstandards nicht in der Lage ist, seine Gläubiger zu bedienen und Schulden zu tilgen.

Die Zahl der überschuldeten Haushalte liegt der Studie zufolge im Osten deutlich höher als im Westen. In den neuen Ländern kommen demnach 11,3 Prozent der Haushalte von ihren Schulden nicht mehr herunter. Im Westen liegt die Quote bei 7,2 Prozent. Die Studie stellt außerdem bei den Ursachen Unterschiede zwischen verschuldeten Haushalten in Ost und West fest: 46 Prozent der Betroffenen im Osten geben bei den Schuldnerberatungen Arbeitslosigkeit als Ursache an. Im Westen waren es nur 23 Prozent. Vor allem Trennung und Scheidung mit 23 Prozent und gescheiterte Selbständigkeit spielten ebenfalls eine große Rolle.

Jeder zweite verschuldete Haushalte im Osten ist der Studie zufolge außerdem ein Einpersonenhaushalt. Im Westen sind mehr Drei- und Vierpersonenhaushalte betroffen. Gläubiger waren in 70 Prozent aller Fällen Banken. 42 Prozent der Betroffenen können Einkäufe im Versandhandel nicht bezahlen. 27 Prozent der Schuldner haben offene Rechnungen bei Telefongesellschaften.

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