Mehr Menschen pendeln nach Freising als hinaus
Freising lockt mit Freitzeitwert

Vier Prozent – diese Arbeitslosenquote steht für einen bundesweiten Rekord. Kein anderer Kreis konnte im Juni eine so niedrige Arbeitslosenquote aufweisen wie der Kreis der Agentur für Arbeit Freising, der die Landkreise Freising und Erding in Oberbayern umfasst.

In den Jahren 2000 und 2001 betrug die Arbeitslosenquote sogar nur 2,8 und 2,7 Prozent. Im vergangenen Jahr lag sie bei durchschnittlich 4,2 Prozent – und damit immer noch weit unter dem bundesweiten Durchschnitt. Der Wirtschaftsreferent des Landkreises, Reinhard Höfl, nennt die Erfolgsfaktoren: einen „ausgezeichneten Branchenmix“, das „frühzeitige Umschalten auf neue Industrien“, eine „wirtschaftsfreundliche Politik“ und nicht zuletzt den Standort, 35 km nordöstlich von München. 1992 kam ein weiteres Plus hinzu: der Flughafen München.

Er wurde zur Hälfte im Landkreis Freising, zur anderen Hälfte im Landkreis Erding gebaut – und bietet rund 23 000 Menschen einen Arbeitsplatz. Eine „Sogwirkung“ hätten der Flughafen sowie die Landeshauptstadt für Investoren und Arbeitnehmer, heißt es bei der Bundesagentur für Arbeit. Eine der niedrigsten Arbeitslosenquoten der Nation habe der Kreis aber auch schon gehabt, bevor der Flughafen der bayerischen Landeshauptstadt dort gebaut worden sei, sagt Höfl, seit 1965 im Landkreis beschäftigt. Die Ursachen aus Sicht des Einheimischen: Die Region habe sich schon in den 60er-Jahren von der „Monostruktur“ Landwirtschaft wegentwickelt und versucht, sich für diverse Branchen attraktiv zu präsentieren. Beispiele: Mit Texas Instruments sei eine IT-Firma ansässig, mit Avon habe eine Kosmetikfirma ihren Deutschlandsitz in der Region und mit Weihenstephan ein Konzern sogar sein Wissenschaftszentrum. Heute arbeitet mehr als ein Drittel der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten Freisings im Dienstleistungssektor.

Wirtschaftsreferent Höfl gibt bei allem Stolz aber zu: „Nicht nur die Nähe zu München, auch die zum Gebirge beschert einen hohen Freizeitwert“ – und macht die oberbayerische Region für Arbeitnehmer und Arbeitgeber attraktiv. Bereits 1998 pendelten nach Freising etwa 13 000 Erwerbstätige mehr ein als aus.

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