Mehr Mittel für Schulen
Stifterverband fordert eine Lotterie für Bildung

Statt die Steuern zu erhöhen könne man doch eine Lotterie für Bildung einrichten, so Stifterverbandspräsident Arend Oetker. Das gebe es in anderen Ländern bereits. Der Nachwuchs an Akademikern sei indes gesichert.
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Der Präsident des Stifterverbandes für die deutsche Wissenschaft hat eine Lotterie für die Bildung vorgeschlagen, um so mehr Mittel für Schulen und Hochschulen einzusammeln. Schon heute fließt der Großteil der Lottogelder in Kultur-Projekte. “Warum nicht eine Lotterie für Bildung?“, sagte Oetker im Interview mit dem Handelsblatt, dieser Weg sei auf jeden Fall besser, als die Steuern zu erhöhen. „Im Ausland gibt es das schon. Man könnte also in jedem Bundesland eine Schullotterie einführen“, meint der Unternehmer.

Daneben plädiert der Stifterverbandspräsident, der viele Jahre auch Vizepräsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) war, dafür, nicht noch mehr junge Menschen zu einem Studium zu motivieren. „Vor wenigen Jahren haben wir das Ziel ausgegeben, 40 Prozent eines Jahrgangs sollen studieren. Jetzt sind schon 50 Prozent erreicht.“ Mittlerweile sei klar, dass der Nachwuchs an Akademikern einigermaßen gesichert sei, dafür aber „händeringend Lehrlinge gesucht werden“.

Die Hochschulen rief Oetker auf, sich nicht von Aufträgen der Wirtschaft korrumpieren zu lassen. Statt sich um die Freiheit des Wissenschaft zu sorgen, „sollten sie mit Selbstbewusstsein eher die Chancen solcher Kooperationen nutzen“. Beide Seiten täten gut daran, die Freiheit des Wissenschaft zu verteidigen: „Auch wenn die Wirtschaft bezahlt, darf man sich nicht in dem beeinflussen lassen, wie und was man forscht.“

Auch der Staat müsse „vor allem vor allem die zweckfreie Forschung ermöglichen“ mahnte Oetker. Die Projektförderung für bestimmte Felder sei zwar sinnvoll, müsse aber gegenüber der nicht-anwendungsorientierten Forschung zurückstehen.

Arend Oetker (74) ist seit 1998 Präsident des Stifterverbandes, der das Interesse der Wirtschaft an der Wissenschaft bündelt. Der Familienunternehmer (Schwartau/Hero) ist zudem Vorsitzender der einflussreichen „Forschungsunion Wirtschaft-Wissenschaft“, die den Bund berät. Im Juni soll Andreas Barner, Chef von Boehringer Ingelheim, Oetker an der Spitze des Stifterverbandes nachfolgen.

Der Autor ist stellvertretender Chefredakteur und Büroleiter in Berlin.
Michael Inacker
Handelsblatt / Stellvertretender Chefredakteur
Barbara Gillmann ist Korrespondentin in Berlin.
Barbara Gillmann
Handelsblatt / Korrespondentin

Kommentare zu " Mehr Mittel für Schulen: Stifterverband fordert eine Lotterie für Bildung"

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  • Die ganze Bildung in Deutschland ist doch schon Lotterie. Wo man aufwächst geht man zur Schule und da gibt es krasse Unterschiede zwischen den Ländern. Aber mal ganz ehrlich, ein Land 4.größte Exportnation der Welt schafft es nicht die wenigen Kinder anständig zu versorgen und sie schafft es auch nicht Kindergartenplätze für 3 Jährige einzurichten.

    Aber Milliarden für Auslandhilfe und Drohnen und Maroden
    Staatsbanken und Überweisungen an Pleitbanken und und und.

    Unsere sogenannten Politiker regieren das falsche Land, sie müssten nach Rumänien versetzt werden. Deutschland ist 10 Nummern zu Groß, für Provinzpolitiker.

  • Lotterie für Schulen? Okay: Wie viel geht von Einnahmen als Lotteriesteuer direkt an Schäuble und wie viel % der Einnahmen werden für den Wasserkopf der Verwaltung benötigt?

  • Besser wäre eine Lotterie für die "Kampfdrohnen", die die Bundeswehr anschaffen will. Dann wäre genug Geld im normalen Haushalt, um die Bildung aus Steuern zu bezahlen.

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