Mehr Schutz abgelehnt
Bund lässt Reeder bei Piratenschutz abblitzen

Das Verteidigungsministerium wirft großen Teilen der Handelsschifffahrt vor, sich in den Gewässern vor Somalia durch eigenes Verschulden in Gefahr zu bringen. Den Vorstoß von Reedern, Soldaten an Bord der Frachtschiffe zu nehmen, um damit Piraten fernzuhalten, wies das Ministerium daher zurück.

HB BERLIN. Die Bundesregierung hat die Forderung deutscher Reeder nach zusätzlichem militärischen Schutz ihrer Handelsschiffe zurückgewiesen. Stattdessen sollten sich „bestimmte Schiffe“ an Korridore halten und auch mal einen Tag länger warten, um dann eine geschützte Route mitzufahren, verlangte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Thomas Raabe, am Montag in Berlin. Es wäre schon sehr hilfreich, wenn die Routen vorher angemeldet würden.

Der Verband Deutscher Reeder hatte am Wochenende gefordert, dass in Zukunft Soldaten an Bord mitfahren sollten. Dies habe eine noch größere Abschreckungswirkung als Marineschiffe allein, die in der Piratenregion patrouillieren, hieß es zur Begründung.

Mehrere tausend Soldaten beteiligen sich seit Monaten an den Pirateneinsätzen vor der somalischen Küste. Bislang wurden Soldaten meist nur dann auf Handelsschiffen eingesetzt, wenn diese Hilfsgüter transportierten.

Das Verteidigungsministerium kritisierte, dass sich große Teile der Handelsschifffahrt in den Gewässern vor Somalia durch eigenes Verschulden in Gefahr brächten. Nur jedes vierte Schiff melde sich bei den internationalen Marineeinheiten zum Schutz vor somalischen Piraten an, um in einem geschützten Konvoi das Horn von Afrika zu passieren, sagte Ministeriumssprecher Raabe.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%