Mehr Steuereinahmen
Schäubles Pläne zum Defizitabbau gehen auf

Finanzminister Wolfgang Schäuble muss trotz Krise nicht mit einem höheren Haushaltsloch rechnen - die Steuereinnahmen in Deutschland steigen kräftig an.
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DüsseldorfFinanzminister Wolfgang Schäuble kann aufatmen. Die erwartete schwache wirtschaftliche Entwicklung im letzten Quartal dieses Jahres und in den ersten drei Monaten des nächsten Jahres wird nicht zu einem Anstieg des Haushaltsdefizits führen. Davon gehen die führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute aus.

In ihren neuen Gutachten rechnen das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI), das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) und das Institut für Weltwirtschaft (IfW) damit, dass das Defizit kommendes Jahr unter einem Prozent des Bruttoinlandsprodukts liegen wird. Das wäre die niedrigste Defizitquote der gesamten Euro-Zone. "Die Lage der öffentlichen Haushalte entspannt sich", sagte RWI-Finanzexperte Heinz Gebhardt.

Schäuble und seine Länderkollegen profitieren zum einen vom kräftigen Anstieg der gesamtwirtschaftlichen Lohnsumme. Nach Berechnungen des IWH steigt die Lohnsumme dieses Jahr um 4,6 und 2012 um weitere 2,2 Prozent. Die Lohnsumme gilt als Schlüsselgröße für die Entwicklung der Staatskassen. Denn sie bestimmt direkt das Lohnsteuer- und Beitragsaufkommen und indirekt über den steigenden Konsum auch das Umsatzsteueraufkommen.

Trotz der stagnierenden Wirtschaft Ende 2011/Anfang 2012 dürfte die Beschäftigung Ende nächsten Jahres auf Rekordniveau steigen - obwohl die Institute jetzt mit 2,8 bis 2,9 Millionen Arbeitslosen deutlich mehr Arbeitslose vorhersagen als noch vor drei Monaten.

IWH-Finanzexpertin Kristina van Deuverden erwartet im Vergleich zur letzten Steuerschätzung allein in diesem Jahr Steuermehreinnahmen von rund 15 Milliarden Euro. 15 Milliarden Euro entsprechen rund 0,6 Prozentpunkte des Bruttoinlandsprodukts.

Da die deutsche Wirtschaft 2012 nach Einschätzung der Institute bestenfalls noch um ein Prozent wachsen dürfte, verringert sich nach Ansicht der IWH-Finanzexpertin 2012 das Steuerplus auf fünf Milliarden Euro. Die nächste Steuerschätzung kommt Anfang November.

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  • Die Deutsche so reich wie noch nie!
    (aus Le Figaro économique von 26/08/2011)

    Les Allemands, plus riches que jamais
    AFP Mis à jour le 26/08/2011 à 16:51 | publié le 26/08/2011 à 16:51 Réactions (103)
    Les avoirs financiers des ménages allemands (liquide, comptes en banque, actions, obligations, assurances etc.) ont atteint au premier trimestre leur plus haut niveau depuis la première publication de cet indicateur en 1991, a annoncé vendredi la Bundesbank.

    Ils atteignent 4.824 milliards d'euros, soit 4,4% de plus qu'au premier trimestre 2010, selon les statistiques publiées par la banque centrale allemande.

    En retranchant l'endettement des ménages, la richesse nette (mesurée en avoirs financiers) des Allemands s'élevait à 3.291 milliards d'euros fin mars.

    La Bundesbank a souligné dans son communiqué que, crise de la dette oblige, les Allemands ont moins investi dans des obligations d'Etat, hors celles de l'Allemagne --jugées sûres-- qui ont connu "de fortes augmentations", et qu'ils ont au contraire augmenté leurs placements en actions ainsi que dans des contrats d'assurance.

    Ces statistiques ne tiennent pas compte des propriétés immobilières ou des biens non financiers.

  • Hallo,#
    bei der unverminderten Auslagerung von Leistung die der Steuerzahler zu erbringen hätte, ausschließlich zu Lasten der Beitragszahler in die Sozialkassen auszulagern; das muss schließlich zu einer steuerlichen Minderausgabe führen.
    Von Staat betrogene Bürger existieren gleichwohl zu Hauf.

  • Immer wieder wird nur auf der Einnahmeseite gerechnet und spekuliert.Die Ausgabeseite ist es,allen voran der Etat von
    Ursula v.d.Leyen,bei dem gerechnet und gespart und nötigenfalls auch gekürzt werden muss.Man kann nicht mehr ausgeben,als man einnimmt.So einfach ist das.Auch wenn es manche Ideologen schmerzt.

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