Mehr Wettbewerb
Hochschulen können sich Studenten verstärkt selber aussuchen

Die Hochschulen haben künftig mehr Freiheiten. Sie können sich künftig in den Fächern Medizin, Pharmazie, Biologie und Psychologie bis zu 60 Prozent ihrer Studienanfänger selbst aussuchen.

HB BERLIN. Mit den Stimmen von SPD, Grünen und Union verabschiedete der Bundestag am Donnerstag eine entsprechende Änderung des Hochschulrahmengesetzes (HRG). Die FDP enthielt sich. Sie wollte eine noch höhere Selbstauswahlquote. 20 Prozent der Studienplätze in Mangelfächern sind weiterhin den Abiturbesten vorbehalten. Die restlichen 20 Prozent werden nach Wartezeit vergeben.

Für die Studentenauswahl wird den Hochschulen im Gesetz eine Fülle von Möglichkeiten vorgeschlagen. Dazu gehören neben fachspezifischen Tests und Auswahlgesprächen auch die besondere Gewichtigung von Noten im Abiturzeugnis - etwa Mathematik für das naturwissenschaftliche Studium. Auch eine Berufsausbildung oder Erfahrung im Arbeitsleben können nach dem Gesetz Studienchancen erhöhen - sofern die Länder dies auch in ihr Landesrecht umsetzen.

Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) wie auch die FDP- Politikerin Ulrike Flach forderten die Länder auf, die Freiräume, die der Bundesgesetzgeber schaffe, auch an die Hochschulen weiterzugeben. Bulmahn plädierte für ein schlankes Rahmenrecht, dass sich auf bundesweit einheitliche Regelungen bei Zulassung und Abschlüssen, auf das Professoren-Dienstrecht und auf eine Verpflichtung der Hochschulen zur Qualitätskontrolle beschränke.

Der CDU-Hochschulpolitiker Thomas Rachel forderte eine bessere Studienberatung. Bei der Hälfte der Abiturienten erfolge die Wahl von Studienfach und des Studienortes nach „fachfremden Kriterien“. Ergebnis seien extrem hohe Abbrecherquoten. Das neue Auswahlrecht sei deshalb ein Schritt in die richtige Richtung.

Die Einigung über die Gesetzesänderung war nach langem Streit zwischen Bund und Ländern zustande gekommen. Der Bundestag hatte eine Initiative des Bundesrates zunächst verworfen. Sie hätte aus Sicht von SPD und Grünen zu 16 verschiedenen Landesregelungen geführt. Auch Baden-Württembergs Wissenschaftsminister Peter Frankenberg (CDU) begrüßte das neue Gesetz. Damit werde jetzt auch in Deutschland eine Studentenauswahl durch die Hochschulen möglich, die weltweit längst üblich sei.

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