Mehrheit der Deutschen will Rücktritt von BA-Chef
SPD und Grüne uneins über Gersters Zukunft

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Skarpelis-Sperk hat dem Chef der Bundesanstalt für Arbeit, Gerster, indirekt den Rücktritt nahegelegt. Die Grünen sehen dagegen keinen Handlungsbedarf.

HB BERLIN. Innerhalb der rot-grünen Koalition bahnt sich möglicherweise ein Streit über den Chef der Bundesanstalt für Arbeit (BA), Florian Gerster, an. Vordergründig geht es dabei um die Frage, ob Gerster nach der umstrittenen Vergabe eines Beratervertrages an die Berliner Medienfirma WMP noch im Amt bleiben kann. In der «Bild»-Zeitung legte die SPD-Bundestagsabgeordnete Sigrid Skarpelis-Sperk dem BA-Chef den Rücktritt nahe. Gerster müsse sich überlegen, ob er nicht zu einer Belastung für die wichtige Arbeit der Bundesanstalt für Arbeit werde, sagte sie. 4,5 Millionen arbeitslose Menschen brauchten die volle Konzentration eines Vorstandsvorsitzenden.

Dagegen stellte sich der Grünen-Bundesvorsitzende Reinhard Bütikofer hinter Gerster. «Er wird bleiben», antwortete Bütikofer auf die Frage nach einem möglichen Rücktritt des BA-Chefs wegen der Affäre.

Die Mehrheit der Deutschen plädiert hingegen für einen Rücktritt Gersters. Zumindest geht dies aus einer Umfrage von NFO-Infratest im Auftrag des «Spiegel» hervor. 59 Prozent der Befragten sagten demnach, Gerster solle nicht länger im Amt bleiben. Nur 23 Prozent sprachen sich gegen seinen Rücktritt aus.

Gerster dagegen verteidigte erneut seine Amtsführung. Ohne konkrete Namen zu nennen kritisierte er «einige Interessenvertreter» scharf. Diese seien vermutlich «nicht damit einverstanden, dass wir in der Arbeitsmarktpolitik die Gelder effizienter einsetzen und damit auch Spareffekte erzielen», sagte der BA-Chef dem Nachrichtenmagazin «Focus». Er werde aber «den Reformprozess der BA unbeirrt fortsetzen, betonte er.

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