Mehrheit hält Lohnforderung für unangemessen
Arbeitgeber drohen IG Metall mit Stellenabbau

Der bayerische Metallarbeitgeber-Chef Rodenstock hat die IG Metall gewarnt, bei einer Durchsetzung der Forderung von vier Prozent mehr Lohn könnten noch mehr Stellen wegfallen. Auch die Mehrheit der Deutschen findet die Forderung zu hoch.

HB BERLIN. Die Arbeitgeber machen im Tarifstreit der Metallindustrie Front gegen die Forderung der IG Metall. Der Präsident der bayerischen Metall- und Elektroindustrie, Randolf Rodenstock, drohte der Gewerkschaft mit Stellenabbau. Der "Welt am Sonntag" sagte er, im Freistaat würden noch mehr Arbeitsplätze verloren gehen, falls die IG Metall ihre Forderung von rund vier Prozent mehr Lohn durchsetzen sollte.

Bereits die letzten Abschlüsse seien zu hoch gewesen, kritisierte Rodenstock. "Das haben die Betriebe nicht ausgehalten." 2002 seien in Bayern rund 14.000 Arbeitsplätze verloren gegangen, in diesem Jahr würden es vielleicht 20.000 sein. Eine Lohnerhöhung über der Produktivitätssteigerung fördere die Arbeitslosigkeit, sagte Rodenstock. Richtig für den Arbeitsmarkt wäre aber, über mehrere Jahre unter der gesamtwirtschaftlichen Produktivitätssteigerung zu bleiben.

Wenn auch das Wirtschaftswachstum über zwei Prozent liege, dann könnten Arbeitsplätze geschaffen werden. Rodenstock forderte zugleich Arbeitszeit-Korridore von 35 bis 40 Stunden pro Woche.

Mit der Kritik an der Forderung der IG Metall stehen die Arbeitgeber derweil nicht allein: Auch die deutliche Mehrheit der Deutschen kann den Vorstellungen der Gewerkschaft nicht folgen. Nach einer NFO-Infratest-Umfrage im Auftrag des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" finden rund 60 Prozent der Bundesbürger die Empfehlung des IG-Metall-Vorstandes unangemessen. Nur gut ein Drittel hält sie für richtig. Selbst 54 Prozent der SPD-Anhänger lehnen die Forderung ab.

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