Mehrwertsteuer
Schäuble lehnt pauschale Senkung ab

Um untere und mittlere Einkommen zu entlasten, wurde eine Absenkung der Mehrwertsteuer gefordert. Bundesfinanzminister Schäuble lehnt diese jedoch ab. Er sehe mehr Erfolgschancen in der gezielten Entlastung von Familien.
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BerlinBundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) lehnt Forderungen nach einer pauschalen Mehrwertsteuersenkung ab. Er halte gezielte finanzielle Entlastungen, etwa von Familien, für den besseren Weg als eine pauschale Senkung der Mehrwertsteuer, schrieb Schäuble in einem Namensartikel in Form eines Briefes in der Wochenzeitung „Die Zeit“ vom Donnerstag. Dem Argument, dadurch könnte man den privaten Verbrauch und damit das Wirtschaftswachstum fördern, hielt er entgegen, der Konsum in Deutschland entwickle sich ohnehin erfreulich. Dies zeige, „dass ein weiteres Befeuern durch den Staat nicht angezeigt ist“. Zudem gebe es Zweifel, dass solche Mehrwertsteuerentlastungen auch beim Verbraucher ankommen würden.

„Auch als Mittel zur Senkung des Leistungsbilanzüberschusses ist eine niedrigere Mehrwertsteuer nicht wirklich angezeigt“, führte der Minister weiter aus. Wichtig und sinnvoll sei vielmehr eine weitere Steigerung der Investitionen.

Im Übrigen gingen aktuelle Prognosen ohnehin von einem Rückgang des deutschen Leistungsbilanzüberschusses aus, der vor allem auf die deutsche Exportstärke zurückgeht. „Auch die Normalisierung der Geldpolitik, der stärkere Euro und die demografische Entwicklung in Deutschland werden ihren Teil dazu tun“, schrieb Schäuble.

Anfang August hatte sich das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) für eine Absenkung der Mehrwertsteuer ausgesprochen, um damit untere und mittlere Einkommen zu entlasten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Mehrwertsteuer: Schäuble lehnt pauschale Senkung ab "

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  • Natürlich will niemand aus unserer Kleptokratie die MWSt. senken - es lebt sich einfach zu gut davon, denn diese Steuer sprudelt unablässig von alleine.

    Es bleibt dem Bürger nur ein Weg um die MWSt. zu senken:

    Konsumverzicht.

    Dinge, die alt sind funktionieren meist tadellos. Man kann Dinge reparieren bis sie nicht mehr reparierbar sind. Man kann weniger Autofahren. Man kann auf eine Teil seines liebgewordenen Luxus verzichten.

    Wenn alle ihren Konsum ein bißchen einschränken, bricht unser StaatsUNwesen zusammen.

  • Die MwSt ist die ergiebigste Steuer die vom Verbraucher am wenigsten gespürt wird. Insofern wird kein Finanzminister im Traum daran denken diese Steuer zu senken.

    Abgesehen davon gehe ich davon aus, dass es nach der Wahl um neue, höhere Steuern gehen wird. Die Geistesblitze der Kanzlerin sind nicht umsonst.
    - Der IWF fordert dringend Schuldenerleichterungen für Griechenland. Deutschland hat bislang hinhaltend agiert.
    - Die Gastfreundschaft der Kanzlerin ist nicht umsonst. Wenn die aktuelle Einwanderung von Goldstücken nach der Wahl massiv erhöht wird, werden dringend neue Geldquellen benötigt.
    - Der Klimafonds zur Rettung der 3. Welt benötigt dringend der Finanzierung.

  • Vielleicht sollten wir Herrn Schäubles Einkommen auf 1.800€ Netto im Monat begrenzen. Mal sehn was er dann von einer Diebessteuer über 19% und einer Kraftstoff-Nötigungssteuer über 50% hält.

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