Meinungsbild zu Liberalen fast unverändert
Außenminister ist bei Managern „unten durch“

Bundesaußenminister Joschka Fischer (Grüne) hat bei den deutschen Führungskräften dramatisch an Ansehen verloren. Der bislang auch von der Wirtschaft immer am besten bewertete Bundespolitiker ist ganz offensichtlich auf Grund seines Taktierens im Streit um erleichterte Visa-Vergabe in der Ukraine bei den Managern „unten durch“.

HB/sig BERLIN. Das jedenfalls ergab eine repräsentative Umfrage des Psephos-Instituts im Auftrag des Handelsblatts und der Unternehmensberatung Droege & Comp. Bei der Umfrage wurden Ende Februar bis Mitte März 869 Führungskräfte telefonisch befragt.

Der Meinungsumschwung im Fall des Außenministers fiel außergewöhnlich drastisch aus. In der Durchschnittseinstufung auf der von 1 bis 5 reichenden Notenskala fällt der Grünen-Politiker von 2,9 auf 3,9. Einen solchen Absturz um einen ganzen Notenpunkt binnen eines Zeitraums von nur gut einem Monat hat es bei den seit Anfang 1999 vorgenommenen Befragungen des Psephos-Instituts für den Handelsblatt-Business Monitor noch für keinen der bundespolitischen Akteure gegeben. Nicht einmal beim Image-Einbruch für die Union als Folge der Parteispendenaffäre Ende 1999/Anfang 2000.

Auf der rot-grünen Regierungsbank bewerteten die Führungskräfte Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) mit Note 3,4 nach 3,1 noch am besten. Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) verzeichnet mit 3,5 den ungünstigsten Wert seit Dezember 2002. Damit liegt er aber immer noch vor Finanzminister Hans Eichel, der mit 4,0 das Schlusslicht unter den Regierungsmitgliedern bildet.

Nahezu unberührt von den heftigen Schwankungen in der politischen Stimmungslage ist bei den Managern das Meinungsbild zu den Liberalen und ihrem Vorsitzenden Guido Westerwelle. Während die Partei mit 3,8 unverändert bewertet wird, verschlechtert sich FDP-Chef Westerwelle von 3,8 auf 3,9. In der Einschätzung der Manager können sich die Liberalen in der gegenwärtigen kritischen Phase der deutschen Politik als relevante oppositionelle Kraft kaum Profil verschaffen.

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