Meinungsforscher: CDU in Wählerumfragen im freien Fall
Westerwelle fürchtet um Wahlsieg

FDP-Chef Westerwelle hat die Union aufgefordert, die «K-Frage» bis zum CDU-Parteitag im Dezember zu klären. Andernfalls sei der Wahlsieg gegen Rot-Grün gefährdet.

HB BERLIN. Der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle hat CDU und CSU aufgefordert, sich bis zum Parteitag der CDU Anfang Dezember zu einigen, wer Kanzlerkandidat für die Bundestagswahl werden soll. «Wenn sie so weitermachen, gefährden die Unions-Parteien die Ablösung von Rot-Grün im Jahr 2006», sagte Westerwelle der Zeitung «Welt am Sonntag» (WamS). Deshalb appelliere er an beide Schwesterparteien, sich endlich zu einigen, «und zwar in den Sachfragen genauso wie in den immer noch ungeklärten Macht- und Personalfragen».

Bei den öffentlichen Streitigkeiten um Sachfragen gehe es in Wirklichkeit darum, wer die Union in den nächsten Bundestagswahlkampf führe. Beide Parteien hätten genug Zeit, die Fragen bis zum CDU-Parteitag zu klären. Wenn die Union nicht bis zur Bundestagswahl im Streit liegen wolle, «ist sie gut beraten, jetzt zu entscheiden, wer Kanzlerkandidat werden soll», sagte Westerwelle.

Der Geschäftsführer des Meinungsforschungsinstituts Emnid, Klaus-Peter Schöppner, prophezeit der Union weitere Verluste. Die Auseinandersetzungen machten beim Wähler den Eindruck, dass sich die Parteien nur mit sich selbst beschäftigten, sagte Schöppner der Zeitung «Neue Presse».

Für die Umfragen bedeute das: «Die Union befindet sich im freien Fall». Das Ansehen von Parteichefin Angela Merkel leide unter den Konflikten. Die Auseinandersetzungen mit den ebenfalls starken Ministerpräsidenten Roland Koch und Edmund Stoiber «diskreditieren ihre von außen wahrgenommene Stärke», so Schöppner.

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