Memoiren
George W. Bush gibt Fehler zu und teilt aus

11. September, Irak-Invasion, Foltervorwürfe und Finanzkrise: Der ehemalige US-Präsident George W. Bush zieht nun erstmals seit seinem Abschied aus dem Weißen Haus vor rund zwei Jahren selbst Bilanz. In zahlreichen Interview-Auftritten will er für seine Memoiren werben. Darin räumt er auch Fehler ein.
  • 7

HB WASHINGTON. In seiner Amtszeit erlebten die USA den schlimmsten Terrorangriff auf eigenem Boden, die größte Finanzkrise seit Generationen und eine verheerende Naturkatastrophe. George W. Bush begann zwei Kriege und erlaubte Folter. Jetzt hat der 64-Jährige erstmals seit seinem Abschied aus dem Weißen Haus vor rund zwei Jahren selbst Bilanz gezogen.

In seinen am Dienstag in den USA vorgelegten Memoiren und in seinem ersten Interview als Ex-US-Präsident gibt er Fehler zu - und verteidigt zugleich inbrünstig seine heikelsten Entscheidungen.

Die Irak-Invasion im April 2003 zum Beispiel sei richtig gewesen, auch wenn der irakische Diktator Saddam Hussein damals anders als von den USA behauptet keine Massenvernichtungswaffen hatte. „Ich sage, dass es der Welt ohne Saddam Hussein an der Macht wesentlich besser geht“, sagte Bush in einem Gespräch mit dem US-Fernsehsender NBC, das am Montagabend (Ortszeit) ausgestrahlt wurde. Es habe ihn allerdings „geschockt und verärgert“, dass letztlich keine solche Waffen im Irak gefunden worden seien.

Als Makel bezeichnete es der 43. Präsident der USA, dass er bereits kurz nach Beginn des Krieges den Sieg erklärt habe. Damals war er an Bord eines Flugzeugträgers vor einem Plakat mit den Worten „Mission accomplished“ (Mission erfüllt) aufgetreten. Wenig später eskalierte die Gewalt im Irak. „Das war natürlich ein Fehler.“ Als die Operation zwei Jahre später ganz zu scheitern drohte, sei das „die schlimmste Zeit meiner Präsidentschaft“ gewesen, sagte Bush.

Voller Bitterkeit erinnerte sich Bush an eine Episode aus der deutsch-amerikanischen Eiszeit während seiner Amtsjahre. Er sei „schockiert und wütend“ gewesen, als er 2002 wegen seiner Irak-Politik von der damaligen deutschen Justizministerin Herta Däubler- Gmelin mit Adolf Hitler verglichen worden sei, schreibt Bush in seinen am Dienstag in den USA veröffentlichten Memoiren. „Es war schwer, sich etwas noch Beleidigenderes vorzustellen, als von einem deutschen Offiziellen mit Hitler verglichen zu werden“, schreibt Bush auf Seite 234 des Buches.

Seite 1:

George W. Bush gibt Fehler zu und teilt aus

Seite 2:

Seite 3:

Kommentare zu " Memoiren: George W. Bush gibt Fehler zu und teilt aus"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Das bush die Versprechungen von Schröder geglaubt hat,zeigt wie Naiv er ist. Fast jeder bürger in Deutschland wusste doch, dass Schröder der neue Lügenbaron ist. Aber immerhin hat Schröder mit Fischer
    an der Seite von bush einen Angriffskrieg gegen Serbien geführt obwohl das GG Angriffskriege verbietet.Schliesslich waren Muslime in Gefahr und da geht das GG für GRÜNE und ROTE am A vorbei. Es waren hier Wählerstimmen zu holen. Auch Afganistan
    hat Schröder und Fischer zugestimmt nachdem sie blut gerochen haben. Nun sterben wieder Deutsche Soldaten und alle Drei schreiben ihren Lebensschrott
    auch noch auf.

  • @ alle Kommentatoren :

    busch jr. ist ein recht gut gelungenes Abbild der USA von heute, wie diese von vielen empfinden, erlebt und erlitten werden: Korrupt, brutal, verlogen, gewissenlos, skrupellos, der allgemeinen Verdummung preisgegeben.

    Unsere Herta hatte völlig recht, als sie bush jr. mit Hilter verglich: Hitler hatte auch keinen wirklichen Plan, nachdem die Wehrmacht Frankreich im blitzkrieg besiegt hatte, weiter reichten die Kriegsplanungen nicht, was dann kam, waren Aktionen, die aus der Not heraus ungeplant, unvorbereitet und mit mangelhafter Ausrüstung und Mannstärke abgelaufen sind: balkan- und Afrika-Feldzüge, besetzung von ganz Frankreich und italien, Finnlandkrieg, U-bootkrieg bis vor die Küste der USA, 1940 hatte davon in Deutschland keiner auch nur einen blassen Schimmer, nur der Krieg gegen die Russen war ausgemachte Sache, wann, war noch nicht klar.

    bush hat die Welt an verschiedenen Stellen angezündet, den islamismus auf seine Weise angeheizt und seinem eigenen Land eine Riesenberg Schulden aufgebürdet - das wird ihm keiner vergessen!

  • [2] Zeitzeuge, sobald man sich auf Nürnberg geeinigt hat!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%