Merkel auf Stimmenfang
Die Wellenreiterin

In ihrem Wahlkreis an der Ostsee erlebt die Bundeskanzlerin zwischen Sonne und Sandstrand eine heile Welt. Doch der Gegenwind im Wahlkampf könnte für Angela Merkel durch die US-Ausspähaffäre noch rau werden.
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HeringsdorfDie See ist ruhig, die Wellen schlagen woanders hoch. Nicht hier im Seebad Heringsdorf, wo die Menschen zum Strand strömen. „Die Kanzlerin kommt“, steht auf den Plakaten der CDU, deren Programm im Wahlkampf für die Bundestagswahl am 22. September im Grunde genommen in zwei Worte zusammengefasst werden kann: Angela Merkel. Aber die vielen Urlauber auf Usedom gehen an diesem Montag erst einmal an die Sonne, zum Meer. Der strahlende Sommertag hat 27 Grad. Gebräunt und erholt können sie dann am Abend die Regierungschefin in der Strandmuschel einmal aus der Nähe erleben – wenn sie nicht zu erschöpft sind vom erholsamen Nichtstun.

Genau das hatte die CDU-Vorsitzende zum Auftakt ihrer Wahlkampftour an Nord- und Ostsee Urlaubern am vorigen Freitag empfohlen: „Lesen Sie mal ein Buch, oder machen Sie mal einfach gar nichts. Ist ja auch mal schön.“

Und wann erholt sich eine Bundeskanzlerin? Antwort Merkel: „Bei der Arbeit.“ Das sei jedenfalls der sicherste Weg für eine Regierungschefin, hatte sie während einer großen Pressekonferenz mit dem Schwerpunkt US-Ausspähaffäre in Berlin vor ihrer Bädertour zum Besten gegeben. Dass die Berichte vom Wochenende, wonach Bundesnachrichtendienst (BND) und Verfassungsschutz enger als bisher bekannt mit dem US-Geheimdienst NSA zusammengearbeitet haben, der Erholung der Kanzlerin dienen, darf aber bezweifelt werden.

Bisher reitet Merkel auf dieser politisch gefährlichen Welle ohne Anzeichen, dass sie über ihr persönlich zusammenschlagen wird. Sie sagt, sie habe von der ganzen Ausspäherei der Amerikaner, die monatlich millionenfach Daten aus Deutschland überwachten, nichts gewusst. In Zingst auf der Halbinsel Darß ist die Kanzlerin schon am Montagnachmittag. Sie spricht viel über Europa und sagt nichts zu der US-Ausspähaffäre.

Ihr Bekenntnis zur Unkenntnis könnte Merkel aber noch in Bedrängnis bringen. Denn der „Spiegel“ schreibt, der BND habe sich für eine laxere Auslegung deutscher Datenschutzgesetze eingesetzt, um Datenaustausch zu erleichtern.

Kommentare zu " Merkel auf Stimmenfang: Die Wellenreiterin"

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  • Also ganz ehrlich. Ich würde meinen Strandkorb oder Liegestuhl ganz sicher nicht verlassen, weil das die Ost-Kanzlerin kommt
    Und Abends? Also ich möhte dann in Ruhe nett sitzen, was essen und trinken, aber sicher keine Zonen-Wachtel sehen

  • oh, da hat es wohl einer nie aus dem von ihm selbst immer benannten Gulli mit seinem Kopf heraus geschafft, zockt Hartz-VI ab und frustet auf niederstem NiE-veau im Netz dahin. Da wirft er dann auf diesem niederstem Niveau mit Worten wie Zonenwachtel oder Politabschaum herum ohne zu wissen, woher die kommen. Das Wort "Politabschaum", Vicario, findet sich u.a. auch in den Tagebüchern eines gewissen Joseph Goebbels. Niederstes, unterdrücktes, brauner Terrain - im Gulli zuhause. Eben. Von dem Vicario immer spricht.

  • Angela Merkel O-Ton:
    "Moscheen werden Teil unseres Stadtbildes sein." Angela Merkel, CDU und Bundeskanzlerin in der FAZ vom 18.September 2010

    „Es ist Aufgabe der Politik, das Bedrohungsgefühl in der Bevölkerung zu stärken“
    Angela Merkel, CDU und Bundeskanzlerin am 03.02.2003 im Präsidium der CDU

    „…denn wir haben wahrlich keinen Rechtsanspruch auf Demokratie und soziale Marktwirtschaft auf alle Ewigkeit…“ Angela Merkel, CDU und Bundeskanzlerin

    „Man kann sich nicht darauf verlassen, dass das, was vor den Wahlen gesagt wird, auch wirklich nach den Wahlen gilt!“ Angela Merkel, CDU und Bundeskanzlerin
    http://www.youtube.com/watch?v=rQeoE4lEXBE

    "Deutsche Nation, das ist für mich überhaupt nichts, worauf ich mich positiv beziehe - würde ich politisch sogar bekämpfen." Franziska Drohsel, SPD und eh.Bundesvorsitzende der Jusos bei Cicero TV

    "Wir sind dabei, das Monopol des alten Nationalstaates aufzulösen. Der Weg ist mühsam, aber es lohnt sich, ihn zu gehen." Wolfgang Schäuble, CDU und Bundesfinanzminister (Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 8.10.2011)

    "Der Islam gehört zu Deutschland"
    Christian Wulff, CDU und Bundespräsident (Rede zum 20.Jahrestag der Deutschen Einheit)

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