4 Bewertungen ****
09.07.2008 
Umfrage

Merkel begeistert SPD- und Grünen-Wähler

Besser könnte es für Angela Merkel kaum laufen. Einer Umfrage zufolge wollen inzwischen 62 Prozent der Deutschen, dass die CDU-Chefin nach der Bundestagswahl 2009 Kanzlerin bleibt. Detail: Selbst SPD- und Grünen-Anhänger sind mehrheitlich für Merkel.

Kanzlerin Angela Merkel entwickelt sich zur Umfrage-Königin. Foto: dpaLupe

Kanzlerin Angela Merkel entwickelt sich zur Umfrage-Königin. Foto: dpa

HB BERLIN. Eine deutliche Mehrheit der Bürger wünscht sich nach einer Umfrage, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auch über die Bundestagswahl 2009 hinaus im Amt bleibt. Selbst bei den Anhängern von SPD (56 Prozent) und Grünen (54 Prozent) hätte Merkel eine Mehrheit. Insgesamt liegt die Zustimmung bei 62 Prozent. Das ergab eine Befragung des Forsa-Instituts im Auftrag des Magazins „Stern“.

Merkel ist deutlich beliebter als die Bundesregierung insgesamt: 69 Prozent beurteilen ihre Arbeit als gut, mit Blick auf die ganze Regierung sind dies nur 36 Prozent.

Merkel konnte damit ihr Image seit ihrem Amtsantritt deutlich verbessern. Knapp jeder zweite der Befragten meinte, dass sie sich seit Herbst 2005 positiv verändert habe. Dass sie sich zu ihrem Nachteil entwickelt habe, glauben dagegen nur zwölf Prozent. Mit dem Auftreten Merkels im Ausland sind demnach 85 Prozent der Deutschen zufrieden.

Deutliche Kratzer erhält dieses positive Bild allerdings bei der Frage, ob Merkel die Probleme in Deutschland lösen kann. Dies traut ihr nach der Umfrage nur jeder dritte Bürger zu. Auch färben die guten Werte nicht auf die von Merkel geleitete Bundesregierung ab. Die Arbeit der Regierung wird nur von 36 Prozent als gut gewertet. Noch weniger profitiert die CDU von Merkels Umfrage-Glanz: Deren Arbeit befinden gerade noch 34 Prozent als gut.

Union legt auf 36 Prozent zu

In der klassischen Sonntagsfrage nach den Vorlieben im Falle einer Bundestagswahl haben Union und FDP ihren Vorsprung vor dem linken Lager aus SPD, Grünen und Linkspartei ausgebaut. In der wöchentlichen Forsa-Umfrage für „Stern“ und RTL stiegen CDU und CSU im Vergleich um einen Punkt auf 36 Prozent. Die FDP fiel um einen Zähler auf 13 Prozent.

Die SPD verharrt weiter bei 22 Prozent. Die Linkspartei sank um einen Punkt auf 13 Prozent. Die Grünen kommen wie in der Vorwoche auf zehn Prozent. Damit liegt das schwarz-gelbe Lager mit zusammen 49 Prozent nun vier Punkte vor SPD, Grünen und Linkspartei, die gemeinsam 45 Prozent erzielen. Es ist der größte Vorsprung für Union und FDP, den Forsa in diesem Jahr ermittelt hat.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

weiterBildergalerien

 

zurück vor
  • Krönung und Konfetti

    Krönung und Konfetti

    Der Parteitag der Demokraten ist im vollen Gang. Die Show in Denver soll Begeisterung und Siegesgewissheit vermitteln. Es geht darum, die Herzen der Amerikaner zu gewinnen. Bildergalerie 

  • Südossetien und Abchasien...

    Südossetien und Abchasien – abtrünnig und weitgehend isoliert

    Die autonomen Gebiete Südossetien und Abchasien in Georgien gelten seit vielen Jahren als Konfliktherde. Beide hatten sich nach dem Zerfall der Sowjetunion in Bürgerkriegen von Georgien abgespalten. Von der internationalen Gemeinschaft werden sie bis heute aber nicht a...Bildergalerie 

  • Aus dem Frühling in einen...

    Aus dem Frühling in einen frostigen Winter

    In dieser Woche jährt sich das Ende des „Prager Frühlings“ von 1968. Damals wollten tschechoslowakische Reformer das totalitäre System an eine Demokratie annähern. Der Versuch scheiterte in der Nacht zum 21. August 1968, als sowjetische Panzer auf Prag vorrückten.Bildergalerie 

  • „Das Schlimmste steht noc...

    „Das Schlimmste steht noch bevor“

    Die Finanzkrise beherrscht das diesjährige Treffen der Wirtschafts-Nobelpreisträger in Lindau. Die Top-Ökonomen Clive Granger, Daniel McFadden, John Nash und Myron Scholes analysieren für das Handelsblatt die Ursachen und skizzieren Wege aus der Krise. Bildergalerie 

 

Handelsblatt Experten + Meinungen

Handelsblatt-Kommentar

Amerika verstehen  Artikel in Merkliste

29.08.2008 von Markus Ziener

So sieht machtvolles Selbstbewusstsein aus: Barack Obama hat am Donnerstagabend demonstriert, was er will. Nicht etwa ehrenhaft mitspielen um den wichtigsten Job in den USA, sondern mit voller Kraft voraus ins Weiße Haus einziehen. Aber ist nach seiner Rede klarer geworden, was er will? Ja und nein. Kommentar