Merkel bei Anne Will – ein Kommentar Madame Zuversichtlich

In einer Talkshow wendet sich Angela Merkel ans Volk. Sie verteidigt ihren Kurs in der Flüchtlingskrise – und verstört ihre Kritiker. Denn für Merkel ist klar: Es gibt nichts, was sie von ihrem Weg wird abbringen können.
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Bundeskanzlerin Angela Merkel (rechts) und die Moderatorin Anne Will vor Beginn einer Sendung mit dem Thema "Debatte über Flüchtlingspolitik in Deutschland". Quelle: dpa
Merkel zu Gast bei Anne Will

Bundeskanzlerin Angela Merkel (rechts) und die Moderatorin Anne Will vor Beginn einer Sendung mit dem Thema "Debatte über Flüchtlingspolitik in Deutschland".

(Foto: dpa)

BerlinSollte man Angela Merkels Regierungsstil mit einem Wort beschreiben, wäre einem "Entschlossenheit" nie eingefallen. Wer die Kanzlerin am Sonntag Abend in der Talkshow „Anne Will“ erlebt hat, wird das nicht mehr sagen können. „Meine verdammte Pflicht und Schuldigkeit besteht darin, dass dieses Europa einen gemeinsamen Weg findet“. So kämpferisch hat man Merkel selten erlebt.

Neues gab es allerdings nicht. Schon bei ihrem ersten Auftritt im vergangenen Jahr bei „Anne Will“ verteidigte Merkel ihre Botschaft vom „Wir schaffen das“. Auch diesmal sah sie die Lösung in der Bekämpfung der Fluchtursachen in Syrien, sie setzt weiter auf Verhandlungen mit der Türkei und die Sicherung der Außengrenzen.

Das ist schon mutig, vielleicht auch naiv, angesichts des steigenden politischen Drucks auf sie und der Zahl von Flüchtlingen, die jeden Tag in Griechenland ankommen. Doch wer auch immer erwartet hatte, die Kanzlerin werde kurz vor den wichtigen Landtagswahlen im März umsteuern, muss sich auch nach diesem Abend weiter gedulden.

„Nein, ich steuere nicht um“, sagte sie, als sie gefragt wurde, ob es nicht Zeit sei einzulenken. Sie sprach sich erneut gegen die Einführung von Obergrenzen aus, wie sie die CSU seit Monaten fordert. Sie habe sich vorgenommen, in einer so ernsten Debatte nicht zu versprechen, „was drei Wochen hält und nachher nicht mehr“.

Sie habe keinen Plan B, sie glaube an Plan A. In Berlin kursieren zwar andere ernstzunehmende Szenarien. Zur Schließung der nationalen Grenzen im Fall der Fälle heißt es etwa im Bundesinnenministerium: „Über so etwas diskutiert man nicht, das macht man.“

Am Wochenende war auch bekannt geworden, dass sich die bayerische Polizei bereit halte, jederzeit ein robustes Grenzregime wie in Österreich einzuführen. Offiziell sagte Merkel auf die Frage, ob sie solche Überlegungen habe: „Nein, habe ich nicht.“

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163 Kommentare zu "Merkel bei Anne Will – ein Kommentar: Madame Zuversichtlich"

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  • @Herr Caesar,

    Vernunftbegabt? Was daran ist vernunftbegabt, wenn von 28 EU-Staaten nur noch Deutschland Flüchtlinge unkontrolliert aufnehmen will? Lösungsorientiert? Am Samstag war ein Beitrag in der FAZ, in der über die Integrationsbemühungen von minderjährigen "alleinreisenden" Flüchtlingen berichtet wird. Wenn man den Beitrag gelesen hat, werden einem die letzten Illusionen genommen. Wir handeln uns Probleme ein, die wir in Jahrzehnten nicht lösen können. Bereits in der Vergangenheit hat die Integration mit deutlich weniger Flüchtlingen nicht geklappt. Anzunehmen, dass es mit einem vielfachen von Flüchtlingen klappt, ist nicht vernünftig und lösungsorientiert, sondern Multi-Kulti-Träumerei. Wer in der Vergangenheit auf diese Probleme aufmerksam gemacht und Lösungsansätze, die jetzt in der EU durchgeführt werden, gefordert hat, wurde mindestens als Rechtspopulist, wenn nicht als schlimmeres verunglimpft.

  • Aufgrund von zahlreichen Verstößen gegen unsere Netiquette sahen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion für diesen Artikel einzufrieren. Ein weiteres kommentieren ist damit nicht möglich. Wir bitten dafür um Ihr Verständnis.

  • Altersstarrsinn ist aber noch recht nett ausgedrueckt. Merkel zeigt alle Anzeichen von einsetzender Demenz, moeglicherweise Alzheimer.

  • Das es sich dabei um einen „Brutto“stundenlohn handelt, wird medial natürlich wieder komplett verschwiegen und unterschlagen!

  • @Sabrina Dresdnerin
    "Deshalb ist die jetzige, europäische Strategie die einzig Richtige."
    Falls Sie es noch nicht mitbekommen haben, es gibt keine europäische Strategie. Es gibt die Merkelsche Strategie die EU und vor allem Deutschland weiter mit unqualifizierten und teils aggressiven Migranten zu fluten und es gibt die Strategie der Rest-EU sich dieser Flutung/Invasion entgegen zu stellen.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • "die Würde des Menschen (ja, auch die von Frau Merkel) unantastbar"

    @Frau Dresdnerin

    das hat dann aber wohl auch für Menschen zu gelten, die anderer Meinung sind. Diese wurden und werden von den Politikern massiv beschimpft (Pack).

  • „Die meisten EU-Länder haben ihre Mindestlöhne erhöht, im Schnitt um fast fünf Prozent. Deutschland liegt jetzt mit 8,50 Euro pro Stunde hinter allen westeuropäischen Staaten. “

    Es ist eben nicht alles sozial, was Arbeit schafft! Dieser reiche und wirtschaftsstarke Staat entwickelt sich für Arbeitnehmer und Aussortierte immer mehr zum Armutsrisiko. Wenn Einstiegslohnhöhen bei Vollzeitbeschäftigung nicht einmal mehr die nackte Existenz in einem der reichsten Länder der Welt garantieren, dann ist etwas faul im System! Und jetzt wollen Sie das Druckpotenzial der Massenmigration nutzen, um diesen miesen Mindestlohn auszusetzen und zu schleifen.

  • Im Handelsblatt-Forum ist es besonders schlimm. Alle halbwegs sachlichen Kommentatoren haben aufgegeben. So denkt der Rest, dass sie das Volk sind. Das Ganze wird noch befeuert von den eifrigen AfD-Wahlkämpfern. Eine Sachebene gibt es hier nicht mehr. Wie gern wird sich hier auf das Grundgesetz berufen. Aber, dass die Würde des Menschen (ja, auch die von Frau Merkel) unantastbar ist, davon hat offensichtlich der ein oder andere hier noch nichts gehört.

  • "Ich jedenfalls finde, dass unsere Politische Elite und auch das HB einen super guten Job macht. "

    Vielen Dank für die Unterstützung, ich habe den link zum Witz des Tages im HB vermisst.

    Herr Otto, Sie sind auch nur ein Mensch wie die restlichen 7 Mrd. auf der Welt und teilen das gleiche Schicksal. Sie sind nichts besseres, auch wenn Sie sich dafür halten. So etwas wie Sie wird eines Tages genauso elendig unter der Erde liegen wie alles andere auch.

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