Merkel bei Trump Gesprächskiller Klimawandel

Obamas „Clean Power Plan“ könnte in den USA bald einkassiert werden. Beim Treffen mit Trump sollte Merkel das Thema Klimapolitik trotzdem aussparen. Zumindest ist das der Rat von Harvard-Professor Robert Stavins.
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Beim Thema Klimawandel scheint es unmöglich zu sein, eine gemeinsame Position zu finden. Quelle: AFP
Donald Trump und Angela Merkel

Beim Thema Klimawandel scheint es unmöglich zu sein, eine gemeinsame Position zu finden.

(Foto: AFP)

BerlinAn diesem Freitag trifft Bundeskanzlerin Angela Merkel auf den US-Präsidenten Donald Trump. Es ist das erste Treffen der beiden, dabei dürfte es vor allem um Außenpolitik, Sicherheitspolitik und den Welthandel gehen. Ein Thema sollte die Kanzlerin dabei umschiffen: Klimapolitik. Zumindest ist das der Rat des Harvard-Professors Robert Stavins. „Forderungen von Merkel zur Klimapolitik während des Besuchs bei Trump wäre fast schon töricht“, sagte Stavins bei einer Podiumsdiskussion in Berlin, zu der er per Videokonferenz zugeschaltet war.

Auch wenn Trump während der Präsidentschaftsdebatte versuchte, seine Einstellung zu relativieren: Der US-Präsident glaubt nicht an den Klimawandel. Im November 2012 twitterte er sogar, dass das Konzept der Klimaerwärmung von und für die Chinesen erfunden worden sei, um die US-Wirtschaft weniger wettbewerbsfähig zu machen. Im Wahlkampf legte Trump mit seinem „America First Energy Plan“ nach. In diesem kündigte er an, alle Maßnahmen seines Vorgängers Obama bezüglich des Klimawandels rückgängig machen zu wollen. Ein entsprechendes Dekret, das Obamas „Clean Power Plan“ einkassiert, gilt nur noch als Frage der Zeit. Dieser sah vor, die CO2-Emissionen der USA bis 2030 um 32 Prozent zu reduzieren.

Trumps Einstellung und Maßnahmen kollidieren mit der europäischen Klimapolitik. Ein Konsens zwischen Deutschland und den USA dürfte auf diesem Politikfeld ein Ding der Unmöglichkeit sein. Diskussionen von Merkel mit Trump wären Zeitverschwendung, hinzu komme Trumps Persönlichkeit, wie Stavins erklärte: „Schon alleine das Wort Forderung widerspricht seinem Typ.“

Wobei die Kohlefirmen und Bergbauunternehmen, die Trump während des Wahlkampfes als Opfer der Umweltpolitik bezeichnete, auch unter seiner Präsidentschaft einen schweren Stand haben werden. Denn der günstigste Strom in den USA stammt dort aus den Erneuerbaren Energien – auch bedingt durch erhebliche Substitutionen und Steuererleichterungen die noch bis 2020 gelten. Die massive Ausbeutung der heimischen Öl- und Erdgasbestände senken den Preis zusätzlich.

Aus klimapolitischer Sicht blickt Stavins den kommenden vier Jahren unter Trumps Amtszeit skeptisch entgegen. Zwar kann Trump den Pariser Klima-Pakt nicht aufkündigen – da das Abkommen bereits in Kraft getreten ist, muss jede Partei drei Jahre warten, bevor sie sich aus dem Abkommen zurückzuziehen kann – gefolgt von einer eine einjährigen Kündigungsfrist. Aber Trump kann Amerikas Versprechen, die CO2-Emissionen zu reduzieren, schlicht und einfach ignorieren.

Für andere große Verursacher von Treibhausgas wie China, Indien oder Brasilien wäre das ein fatales Signal. Die kommenden vier Jahre müsse man in den USA deshalb um „kleine Erfolgserlebnisse“ kämpfen. „Und die wird es geben“, zeigte sich Stavins überzeugt. Er setzt darauf, dass Trump durch den Kongress und den Senat eingebremst wird.

Wobei sich Stavins zugleich skeptisch zeigte, wie lange diese Art von Kontrolle aufrechtzuerhalten sei. Vier Jahre möge das gutgehen, sagte Stavins. Im Falle einer Wiederwahl Trumps sähe das schon anders aus. „Acht Jahre wären deutlich schwieriger. Deshalb hoffe ich, dass es bei vier Jahren bleibt.“

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10 Kommentare zu "Merkel bei Trump: Gesprächskiller Klimawandel"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Merkel hat durch ihre fragwürdige Sanktionspolitik gegen Russland dem Klima mehr geschadet und nichts geholfen im Gegensatz zu ihrem eigenen Programm. Russland als grosser Gaslieferant wurde durch Merkel ausbegremst und der Gasverbrauch in Deutschland reduziert. Man muss also folgern, dass auch hier Merkel keine Prinzipien hat und sich lediglich als Verwalterin Deutschlands versteht, die im Westen nirgendwo anecken will und im Osten psychologischen und materiellen Krieg durch Sanktionen mit wenig überzeugender Härte ausübt.

    Der brutale eroberungswütige Tyrann Erdogan bekommt Streicheleinheiten, während die friedliche Übernahme der Krim durch Russland mit mit täglischem Bashing und Wirtschaftssanktionen seit jahren begleitet wird.

  • In Sachen Energiesicherheit, niedrige Energiepreise, Energiezukunft-Wissenschaft-Weiterentwicklung geht Trump nicht nur den Weg der Kohle, Gas und des Oel weiter sondern auch der Weg der Kernforschung/Technik wird weiter ausgebaut und zwar mit dem Gesetz H.R.590 .
    Ziemlich unbeachtet, passierte am 24.01.2017 das Gesetz H.R.590 den Congress der USA. Das Gesetz nennt sich in der Kurzform: “Gesetz zur Entwicklung fortschrittlicher Kerntechnik aus dem Jahr 2017”.
    Die USA macht sich unter Trump auf sich im Energiebereich (CO2 + Kernkraft) sich von Europa Lichtjahre weit zu entfernen. Das CO2 freie und Kerntechnikfeindliche Deutschland wird weiter und weiter hinter die Trump USA und damit der Zukunft, den Fortschritt im Sektor Energie und Wirtschaft-Standort zurückfallen.


  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Unsere deutschen Journalisten haben schon lange vor den "bösen" Trumps und Putins (zwar nur selten alternative Fakten genutzt, wohl aber) alternative Propaganda betrieben. Beim Lesen des Artikels entsteht der selbstverständliche Eindruck, dass die USA die Klimakiller sind und wir die Guten CO2-Verhinderer.

    Wahr ist, dass Deutschland in den letzten Jahren mit seiner ideologisch begründeten Anti-Atom-Politik keine signifikate CO2-Reduktion erreicht hat. Die USA dagegen haben mit Hilfe des Frackings und des daraus folgenden billigen Gases und der Substitution von Kohle durch Gas ihre CO2 Emissionen deutlich reduziert.

    Nur passt diese Wahrheit nicht in das Bild unser grün gefärbten Medien. Aber denkt daran, in der heutigen digitalen Welt bleiben die Artikel gespeichert und ich bin mir sicher, das sich irgendwann viele Journalisten für ihre Propaganda schämen werden, wie schon zweimal in der jüngeren deutschen Geschichte.

  • >> Beim Treffen mit Trump sollte Merkel das Thema Klimapolitik trotzdem aussparen >>

    Sehe ich anders. Sie könnte die Deutschen Erfahrungen über GESCHEITERTE ENERGIEWENDE mit Trump teilen :

    https://makroskop.eu/2017/03/energiewende-gescheitert/

  • Wenn Angela Merkel auf Trump trifft, dann kann man sicher sein, dass sie Probleme
    verpackt anspricht oder ausklammert. Sie schlittert durch die Weltpolitik wie durch ein Parkur von Hindernissen ,die sie aber geschickt umrundet. Dadurch schafft sie nichts, aber das wird ihr immer als Erfolg gebucht. Wie sieht Deutschland ,Europa und die Welt aus mit Hilfe der mächtigsten Frau???

    Donald Trump ist nicht allein der Trampel der im Porzellanladen sich bewegt, er
    ist als Kaufmann mit Erfolg sensorisch so ausgerüstet, dass er im Gespräch alles
    aus Merkel rauskitzelt was ihn interessiert. Hat er die Daten gibt es ein freundliches
    Auf Wiedersehen in Gedanken auf ein nimmer Wiedersehen und das war es.

    Klima bestimmt kein Thema, Gletscher kommen und gehen alles andere wäre nicht normal. Militär ist ein Thema , Merkel lässt ihre Bundeswehr in der Türkei mit Von der Leyen im Stich und in Geiselhaft der Türken. Das wird Trump auch wissen
    und sich fragen, wie soll ich mich auf diese "Tante" im Ernstfall verlassen wenn das nicht mal die eigenen Deutschen Soldaten es können.

    Wirtschaft ist das wichtigste Thema ,hier sollte Merkel den Mund halten. Dafür
    hat sie qualifizierte Manager mit , die Trump schnell umstimmen werden.


  • Der "Clean Power Plan" sieht zahlreiche Instrumente vor die den Einsatz fossiler Brennstoffe in den USA erschweren, oder verteuern. Des Weiteren wurden unter Obama hohe Subventionen für umweltschädliche Windmühlen und Solaranlagen ausgelobt.

    Im Sinne der US Gesellschaft und der Menschheit ist es natürlich sinnvoll dies zu revidieren und den verursachten Schaden zu minimieren.

  • Und die Lüge vom Günstigen sog. Erneuerbaren Energie Strom könnt ihr Medien euch auch sparen. Der Deutsche Michl zahlt 2016 Erneuerbare Energie Zwangsabgabensubventionen in Höhe von 35 Mrd. EUR tendenz steigend. Deutschland zahlt mit der asozialen Energiewende mit seinen marktfeindlichen EEG eine doppelt so hohen Strompreis wie die Franzosen. Kohle, Gas, Oel und Kernkraft ist die Basis für den Wohlstand und das Wirtschaftswachstum in JEDER GESELLSCHAFT. Schafft man diese Basis mit ideologischer Politik (Zwangsgesetzen und Marktfeindlichen EEG) ab, so vernichtet man zwangsläufig die Basis seines eigenen Wohstandes und Volkswirtschaft.

  • Aus meiner Sicht ist Fr. Merkel nicht in der Position ideologische, oder (öko)religiöse Gefolgschaft von den USA zu fordern. Das ist allenfalls in der einfältigen linken, ökologischen Fantasie Deutscher Journalisten vorstellbar.

    Es geht um die Koexistenz ideologisch und religiös (Christentum vs. Ökoreligion) unterschiedlicher Staaten. Auch das Staatsverständnis ist sehr unterschiedlich. In den USA werden von Regierung, Gerichten und Parlament unterschiedliche Positionen vertreten (Gewaltenteilung), in Deutschland gibt es einen Einheitsstaat mit sehr politischer Linkssprechung (Justiz) und einem Parlament das auf Wunsch der Kanzlerin die Laufzeiten von Kernkraftwerken verlängert und kurze Zeit später das Umgekehrte beschliesst. Sinnvoll ist es praktische Aspekte der Zusammenarbeit zu diskutieren.

    Die Theorie der ökoreligiösen Weltuntergangskatastrophe "Klimawandel" ist sehr dürftig. Allerdings wird diese den Menschen mit grossem Medien- und politischen Druck eingehämmert.

    Der Glaube an den "Klimawandel" ist nicht nur der US Regierung, sondern auch in vielen anderen Ländern der Erde fremd. Länder die gerne gute politische Beziehungen zu Deutschland und Westeuropa pflegen, lächeln, machen freundlich unverbindliche Zusagen in "Klimakonferenzen". Beispielsweise hat China zugesagt um 2030 den maximalen CO2 Ausstoss zu erreichen.

    Der Umgang der nicht-europäischen Staaten mit Vertretern der Ökoreligion und des Klimawandels is vergleichbar mit dem Umgang mit anderen religiös sehr überzeugtem Menschen. Man lässt ihn/sie reden, widerspricht nicht direkt und vermeidet verbindlichen Zusagen.

  • Ich glaube das ist auch so eine gefühlte Faktenlage der Europäer: die Klimapolitik.

    Ich denke Trump wir mit Merkel darüber einstimmen, dass die Bilder vor dem Gletscher great pictures sind. Aber dann... für 95% der deutschen Bevölkerung ist ja mit dem Bild etwas verbunden... real ist es aber ein Stück Eis und Angela Merkel... und dann?

    Dann kann Trump Angie noch fragen, warum die ganze deutsche Klimapolitik alles mögliche bewirkt, aber nicht die Reduktion von Treibhausgasen. Die einzige Reduzierung die wir haben, war vom Stand 1990 aus, da waren die ganzen DDR-Dreckschleudern noch am Netz. Dann brach im Osten die Wirtschaft zusammen... und das ist die einzige Reduzierung an Treibhausgasen, die wir haben. Vielleicht hätten sich unsere Klimaretter vorher mit Themen wie Energy py back time bschäftigen sollen? Der Physik ist es halt egal ob sie politisch unkorrekt ist.

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