Merkel für Partnerschaft der Türkei mit der EU
Schröder kritisiert Haltung der Union zur Türkei

Kanzler Schröder hat Äußerungen von Unions-Politikern gegen einen EU-Beitritt der Türkei als «charakterlos» verurteilt. Hier werde «Leid politisch instrumentalisiert».

HB BERLIN. Nach den Terroranschlägen in der Türkei dauert in Deutschland die Debatte über den EU-Beitritt des Landes an. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) wies in einem Gespräch mit dem Internetdienst «Spiegel Online» Warnungen aus der Union vor einer schnellen Aufnahme der Türkei in die Europäische Union scharf zurück. Er halte es für «völlig charakterlos, sich in einer solchen Situation, in der die Menschen in der Türkei unser aller Solidarität brauchen, so zu äußern». Dies offenbare ein Denken, das versuche, menschliches Leid politisch zu instrumentalisieren, so der Vorwurf des Kanzlers.

CDU-Chefin Angela Merkel sagte der «Bild am Sonntag», dass eine Mitgliedschaft «beide Seiten» zum jetzigen Zeitpunkt «überfordert». Sie sei für eine privilegierte Partnerschaft der Türkei mit der EU. «Diese sollte ausgebaut werden.»

Unions-Vize-Fraktionschef Wolfgang Bosbach hatte in einer ersten Reaktion auf die Anschläge in Istanbul vom Donnerstag gesagt, mit einem Beitritt der Türkei zu EU würde das Terror-Problem importiert.

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