14 Bewertungen ****
23.11.2008 
Steuersenkungen und Konjunkturprogramm

Merkel gerät unter Druck

Der Druck auf die Bundeskanzlerin aus den eigenen Reihen wächst: Angesichts der sich anbahnenden Wirtschaftskrise fordern nach Horst Seehofer nun auch Michael Glos und Ex-Finanzminister Waigel zusätzliche Steuersenkungen. Merkel stimmt die Deutschen unterdessen auf die Krise ein, auch SPD-Chef warnt: „Die Welle kommt erst noch“.

Angesichts der Krise wächst der Druck auf Angela Merkel auch aus den eigenen Reihen. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (rechts) forderte wie Horst Seehofer verstärkte Anstrengungen gegen die Krise. Foto: dpaLupe

Angesichts der Krise wächst der Druck auf Angela Merkel auch aus den eigenen Reihen. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (rechts) forderte wie Horst Seehofer verstärkte Anstrengungen gegen die Krise. Foto: dpa

HB BERLIN. Der CSU-Politiker forderte im "Spiegel" ähnlich wie sein Parteichef Horst Seehofer zusätzliche Steuersenkungen schon für 2009 und nicht erst 2010, wie von Merkel geplant. Auch der Chef der CDU/CSU-Mittelstandsvereinigung, Josef Schlarmann, verlangte weitergehende Entlastungen für die Unternehmen als geplant.

Glos bezeichnete das Konjunkturprogramm der Regierung lediglich als einen ersten Schritt. "Allerdings bin ich der Meinung, dass wir entschiedener vorgehen müssen. Der Konjunktur würde helfen, wenn wir jetzt die Steuern für kleinere und mittlere Verdiener senken", sagte der Minister, der seit längerem für eine Steuerreform noch im kommenden Jahr eintritt.

Der Bundeswirtschaftsminister stützt sich auf eine interne Analyse seines Hauses, wonach sich die wirtschaftliche Lage weltweit dramatisch zuspitzt. "Wir stehen vor einer Rezession der Weltwirtschaft, wie wir sie in Tiefe und Breite seit Jahrzehnten nicht mehr erlebt haben", zitiert der "Spiegel".

Zwar zeigte sich auch Merkel pessimistisch über die Konjunkturaussichten. "Wir müssen damit rechnen, dass das kommende Jahr, zumindest in den ersten Monaten, ein Jahr schlechter Nachrichten wird", sagte sie der "Welt am Sonntag". In ihrer wöchentlichen Video-Botschaft verwies die Kanzlerin aber zugleich auf das Konjunkturpaket der Regierung und stellte das Sonderkreditprogramm für kleinere und mittlere Unternehmen sowie die Verlängerung des Kurzarbeitergeldes heraus. Zudem werde die EU im Dezember weitere gemeinsame Maßnahmen beschließen, um Investitionen anzukurbeln.

Rufe nach weitergehenden Steuerentlastungen wurden auch erneut aus den Reihen des Wirtschaftsflügels der Union laut. Der CDU- Mittelstandspolitiker Michael Fuchs forderte in der „BZ am Sonntag“ statt „kurzatmiger Konjunkturprogramme“ dauerhafte Steuersenkungen und höhere Freibeträge. Das schaffe Binnennachfrage.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige
Anzeige

Blogkommentare zu diesem Artikel

weiterBildergalerien

zurück
  • Reif für die Senioren-Union? 60 Jah...

    Reif für die Senioren-Union? 60 Jahre Seehofer

    Als er als Ministerpräsident nach Bayern kam, schmiss er alle über 60-Jährigen aus dem Kabinett. Jetzt erreicht der bayrische Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende Horst Seehofer selbst die magische Grenze. Doch das wird er durchstehen – wie er schon so manch...Bildergalerie 

  • G8-Gipfelorte: Inseln, Festungen, P...

    G8-Gipfelorte: Inseln, Festungen, Paläste

    G8-Gipfel sind nicht ohne Demonstranten denkbar. 1999 fand der letzte „normale“ Gipfel statt – in Köln. Seither igeln sich die Staatschefs an schwer zugänglichen Orten ein. Ein Rückblick.Bildergalerie 

  • Große Koalition: Bilanz mit Schönhe...

    Große Koalition: Bilanz mit Schönheitsfehlern

    Die Finanz- und Wirtschaftskrise bestimmt die Tagesordnung des Parlaments seit bald einem Jahr - und hat mit dazu beigetragen, dass die Große Koalition mehr Gesetze beschlossen hat als einst die Regierung von Kanzler Gerhard Schröder in der Legislaturperiode ...Bildergalerie 

vor

 

 

Vorhersage Deutschland

Handelsblatt Experten + Meinungen

Handelsblatt-Kommentar

Alarm auf der Main Street  Artikel in Merkliste

06.07.2009, 05:32 Uhr von Matthias Eberle

Die steigende Arbeitslosigkeit wird zum größten Problem der Regierung Obama Kommentar

Handelsblatt-Kommentar

Neustart in Moskau  Artikel in Merkliste

06.07.2009, 05:31 Uhr von Thomas Wiede

Bei seinem Russland-Besuch hat US-Präsident Barack Obama die Chance, die Beziehungen zu entkrampfen Kommentar

Handelsblatt Marktplatz

Finden auch Sie den Partner, der Sie so liebt wie sie sind. Neugierig, wer zu Ihnen passt? Weiter