Merkel in Bayern
Nüchtern im Bierzelt

Die Kanzlerin hat die CSU-Basis zuletzt ziemlich provoziert. In der Höhle des Löwen, beim „Gillamoos“ tief in der bayrischen Konferenz, schlägt Merkel ganz andere Töne an. Ein Besuch beim politischen Frühschoppen.
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AbensbergDer Bayer macht Politik am liebsten mit dem Bierkrug. Die Kanzlerin macht Politik am liebsten nüchtern. Kein Wunder, dass die CSU-Basis und Angela Merkel (CDU) in den vergangenen Wochen so Recht keinen Draht zueinander gefunden haben. Und kein Wunder, dass Dutzende CSU-Anhänger ihre Smartphone-Kamera zücken, als Merkel am Montag das Bierzelt in Abensberg bei Ingolstadt betritt.

Die Protestantin aus dem Norden ist gekommen, um den Katholiken aus dem Süden ihre Stammtischfähigkeit zu beweisen. „Gillamoos“ heißt das, und findet jährlich in der bayerischen Kleinstadt statt. Wohl bekommt‘s.

Die Kanzlerin startet mit einer Finte - sie umsäuselt die Bierzelt-Bayern, indem sie den Freistaat über das Höchste lobt – und dann doch die bierzeltselige Haltung der CSU in Sachen Euro-Krise kritisiert. Da aber freut sich die CSU-Basis so über das Bayern-Lob, dass der Rest fast untergeht.

In Bayern, sagt die Kanzlerin, mache man vieles richtig, zum Beispiel beim Nachwuchs. „Jeder dritte in Bayern bekommt Elterngeld. Es gibt Wunder, die man einfach akzeptieren muss.“

Elterngeld, fand die Kanzlerin zuletzt, zumindest aber die damit verbundene Auszeit, könne auch der CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt mal nehmen, der bei jeder seiner Äußerungen zu Griechenland das Bierzelt quasi vor sich sieht. Dass er ihr, der Kanzlerin, hier im Zelt auch über den Weg läuft, amüsiert die Kanzlerin nur mäßig.

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