Merkel-Kritik
Union hält Seehofers Meinung für überflüssig

Mit seinen neuen Angriffen auf Angela Merkel manövriert sich Horst Seehofer immer weiter ins Abseits. Führende Unionspolitiker nannten Seehofers Vorwürfe gegen das Kompetenzteam der Kanzlerkandidatin unverständlich und winkten ab. Der CSU-Vize vertrete sowieso eine "absolute Einzelmeinung".

HB BERLIN. Die CDU trat der Kritik des und Sozialpolitikers Seehofer am Wahlkampfteam der Union als entschieden entgegen. Der soziale Bereich sei im "Kompetenzteam" mit dem saarländischen Ministerpräsidenten Peter Müller und der niedersächsischen Sozialministerin Ursula von der Leyen (beide CDU) abgedeckt, sagte Kauder am Freitag in Berlin. Seehofers Äußerungen seien ein "Versuch, sich in der Öffentlichkeit wieder zurück zu melden".

CSU-Generalsekretär Markus Söder nannte Seehofers Äußerungen "überflüssig". Er vertrete eine "absolute Einzelmeinung. Es ist ein hervorragendes Kompetenzteam. Die CSU stehe voll dahinter, weil es eine starke Mannschaft sei.

Seehofer hatte zuvor in der "Neuen Presse" bemängelt, im Wahlteam fehle eine "wirklich authentische Stimme aus dem Sozialflügel der Union". Er kritisierte zudem den Führungsstil der Unions-Fraktionschefin. "Harmonie geht vor Diskussion", sagte der CSU-Politiker.

Stoiber distanziert sich von Merz-Äußerungen

Der frühere Bundesgesundheitsminister will auch im Falle eines Regierungswechsel an seinem Widerstand gegen die von der Union geplante Gesundheitsprämie festhalten. Einer entsprechenden Gesetzesvorlage werde er nicht zustimmen, sagte Seehofer.

Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Edmund Stoiber lehnte indes Personalspekulationen vier Wochen vor der Wahl ab. In der heißen Wahlkampfphase solle der gemeinsame Kampf für den Wechsel in den Vordergrund gestellt werden, sagte ein Sprecher Stoibers.

Er distanzierte sich damit von Äußerungen des Unions-Finanzexperten Friedrich Merz (CDU). Dieser hatte erklärt, die Fraktion rechne nicht damit, dass Stoiber nach der Bundestagswahl am 18. September nach Berlin gehe. CDU-Generalsekretär Volker Kauder stellte klar, Stoiber werde sich erst nach dem 18. September entscheiden. "Da gibt es keine neue, andere, gegenteilige Aussage", sagte Kauder.

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