Merkel trifft Erdogan Freiheitsrechte werden zentrales Thema sein

Die Kanzlerin steht beim Türkei-Besuch unter hohem Erwartungsdruck. Viele wünschen sich eine Verbesserung der Beziehungen – und üben scharfe Kritik an Erdogan. Ob Merkel auch Oppositionsvertreter trifft, ist unklar.
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Das letzte Treffen der beiden Staatschefs liegt einige Monate zurück. Quelle: AP
Merkel und Erdogan

Das letzte Treffen der beiden Staatschefs liegt einige Monate zurück.

(Foto: AP)

BerlinBundeskanzlerin Angela Merkel will bei ihrem Besuch in Ankara Fortschritte für das Flüchtlingsabkommen zwischen der EU und der Türkei erzielen und zugleich Missstände in dem Land ansprechen. Ferner werde Merkel am Donnerstag das Parlamentsgebäude besichtigen, das bei dem für die Türkei „traumatischen Erlebnis eines blutigen Putschversuches“ im vorigen Juli schwer beschädigt wurde, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin mit.

Er versicherte, bei ihren Treffen mit Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan und Ministerpräsident Binali Yildirim würden Freiheitsrechte und deren Einschränkungen wieder ein Thema sein. Die Pressefreiheit sei aus Sicht der Bundesregierung zentrale Säule eines demokratischen Rechtsstaats, und die nötige Aufarbeitung des Militärputsches im Juli 2016 müsse im Rahmen von Rechtsstaatlichkeit und Verhältnismäßigkeit geschehen. Das sei aber schon häufig gesagt worden und nichts Neues.

Seibert ließ offen, ob Merkel auch Oppositionelle treffen wird. Er wies den Vorwurf von Politikern und türkischen Verbänden zurück, Merkels Besuch könnte als Wahlkampfhilfe für Erdogan gewertet werden, weil die Türkei in wenigen Wochen über die Einführung eines Präsidialsystems abstimmt, das ihm viel mehr Macht verleihen würde.

Bundestagsabgeordnete und Verbände halten den Zeitpunkt für Merkels Besuch wegen des Referendums für kritisch und rechnen damit, dass Erdogan das als Bestätigung und Anerkennung deuten wird. Sie forderten, Merkel solle die Staatsspitze offen und hart für das Vorgehen nach dem Putschversuch mit Massenverhaftungen und Unterdrückung von Journalisten kritisieren und sich mit Oppositionsvertretern treffen.

Der türkische Vize-Ministerpräsident Veysi Kaynak warf Deutschland unterdessen Terrorunterstützung vor. Die Bundesrepublik sei ein Land, dass „allerart Terroristen, die der Türkei eine Plage sind, mit offenen Armen empfängt“, sagte er in einem Interview der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu. Dazu gehörten unter anderem „Terroristen“ der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK.

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  • Merkel wird wieder neben Erdokhan sitzen, wie im Wartezimmer einer Arztpraxis, und so tun, als würde sie ihn nicht kennen. Zu hause wird dann weiter geschwiegen.

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