Merkel trifft Tsipras Gute Laune ohne Fortschritt

Merkel und Tsipras setzen auf einen Neuanfang. Die Kanzlerin betont das deutsche Interesse an einer starken griechischen Wirtschaft. Auch Tsipras will die Wogen glätten – doch die inhaltlichen Differenzen bleiben.
Update: 23.03.2015 - 20:23 Uhr 5 Kommentare

"Wir entscheiden nicht über griechisches Reformprogramm"

BerlinKanzlerin Angela Merkel (CDU) und der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras sind in wesentlichen Fragen der Schuldenkrise nicht vorangekommen – trotz aller Bemühungen um versöhnliche Töne. Bei seinem Antrittsbesuch in Berlin versprach Tsipras am Montag, Vereinbarungen einzuhalten. Er forderte aber andere Prioritäten. „Wir brauchen einen neuen politischen Mix.“

Merkel drängte den Euro-Partner angesichts des drohenden Staatsbankrotts, Reformen auch umzusetzen. „Wir möchten, dass Griechenland wirtschaftlich stark ist, dass Griechenland Wachstum hat“. Vor allem müsse die hohe Arbeitslosigkeit überwunden werden. Forderungen nach weiteren Entschädigungen für Nazi-Verbrechen während des Zweiten Weltkriegs wies Merkel zurück.

Nach wochenlangem Schlagabtausch zwischen Berlin und Athen warnte Tsipras vor weiteren gegenseitigen Schuldzuweisungen. „Weder sind die Griechen Faulenzer, noch sind die Deutschen Schuld an den Übeln und den Missständen in Griechenland. Wir müssen hart daran arbeiten, diese schrecklichen Stereotypen zu überwinden.“ Der linke Regierungschef äußerte sich weder zu seiner angekündigten Reformliste noch zu den aktuellen Liquiditätsproblemen.

Dem hoch verschuldeten Land könnte ohne rasche Hilfen der Geldgeber schon in zwei Wochen der Staatsbankrott drohen. Die Euro-Partner und der IWF haben ausstehende Kredite von 7,2 Milliarden Euro auf Eis gelegt, da Athen bisher nicht alle Reformauflagen erfüllt hat.

Tsipras hatte bei einem Krisentreffen in Brüssel zugesagt, „in den nächsten Tagen“ eine ausführliche Reformliste vorzulegen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur will er mit einer Mischung aus Steuererhöhungen, Privatisierungen sowie Nachzahlungen von Steuerbetrügern Geld in die leeren Staatskassen bringen.

Merkel betonte, dass die Zeit genutzt werden müsse, um das bis Ende Juni verlängerte Hilfsprogramm umzusetzen. Über weitere Finanzhilfen für Athen entscheide allein die Euro-Gruppe nach Bewertung der Reformvorhaben durch die EU-Kommission, die Europäische Zentralbank (EZB) sowie den Internationalen Währungsfonds (IWF).

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5 Kommentare zu "Merkel trifft Tsipras: Gute Laune ohne Fortschritt"

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  • Das Tsipras mit mehr Hilferufen kam als mit Lösungen sah man in der gestrigen PK
    ganz deutlich. Das Merkel sich verhielt wie die Klagemauer in Jerusalem die lindert aber nicht direkt hilft ,sah man auch ganz deutlich.

    Griechenland ist in der Eurozone Systemrelevant wie alle anderen Euroländer egal wie stark die Wirtschaftsleistung ist.

    Darum keine Sorge , erst einmal fordern das alle Schuldentigungen und die Schulden für ein Jahr eingefroren werden. Die Zeit braucht Griechenland um das Land umzubauen. Das geht schneller als der Bürokratieabbau in Deutschland, der schon über 40 Jahre dauert und keiner das wirklich will. Im Gegenteil hier ist man Kontrollwütig über die Bürger und selber lehnt man alles ab was mit Kontrolle zu tun hat.

    Die reichen Griechen die keine Steuern zahlen, in die Staatenlosigkeit entlassen und
    niemals Deutschland trauen. Das machen nicht einmal die aufgeklärten Deutschen Bürger , die immer mehr werden.

  • Bundespressekonferenz?
    da hätte ja klein Fritzchen bessere Fragen gestellt.

  • Frau Merkel will, das jedes Land stark ist. Außer Deutschland....

  • Ja, ja eure Kanzlerin. Ich möchte nur zu gerne Wissen wie oft die Frau die DDR über den Klee fantasievoll gelobt hat. Da wird auch von Freiheit und einer starken Wirtschaft bestimmt die Rede gewesen sein. Frau Merkel,was meinen Sie mit einer starken Wirtschaft in GR. Da ist nix, und da war nix.
    Das mit der Freiheit, da brauchen sic sich nur sein Bündnis anzuschauen. Übrigens, er reist morgen zu den Linken. Die bei der alten, nicht minder katastrophalen Regierung, jegliche Hilfe verweigert haben. So schnell kann das gehen.

  • Da sind die Euroretter mal wieder voll in ihrem Element. Jetzt werden weitere Milliarden fliessen. Griechenland ist auf einem guten Weg!

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