Merkel und Westerwelle
Aus Freunden werden Gegner

Angela Merkel und Guido Westerwelle sind Freunde. Sie duzen sich, sie mögen sich, sie haben politisch viel gemeinsam und persönlich auch. Noch vor wenigen Wochen wollten sie gemeinsam regieren, die Steuern senken, die Sozialbeiträge vom Lohn abkoppeln, die Wirtschaft entfesseln. Jetzt wird die eine Kanzlerin und der andere Oppositionsführer. Aus Freunden werden Gegner.

BERLIN. Wie geht man um mit so einer Situation, Herr Westerwelle? „Professionell“, sagt der FDP-Chef. Man könne „jemanden sehr sympathisch finden und mit jemandem sehr vertraut umgehen“ und trotzdem eine andere politische Auffassung vertreten. „Das ist eine sozialdemokratische Regierung. Angela Merkel ist ihre Kanzlerin, und als solcher kann ich ihr bei aller persönlichen Sympathie keinen politischen Rabatt geben. Damit haben wir beide kein Problem“, sagt Westerwelle.

Einer, der bereits einschlägige Erfahrungen mit dem Verlust des Traumpartners sammeln konnte, ist Wolfgang Kubicki, FDP-Fraktionschef in Schleswig-Holstein. Seit Februar regiert die CDU unter Ministerpräsident Peter Harry Carstensen das Land zwischen den Meeren – und zwar zusammen mit der SPD, nicht mit den Liberalen. „Es bleibt zu wenigen Leuten eine intensive freundschaftliche Beziehung“, sagt Kubicki über sein Verhältnis zum einstigen Wunschpartner CDU. „Mit dem Rest erlebt man eine schleichende Entfremdung.“

Am Anfang mache man sich noch lustig darüber, wenn in den Ausschüssen die Christdemokraten plötzlich das Gegenteil von dem sagten, wofür man im Wahlkampf gemeinsam gekämpft habe. „Aber das hört nach drei, vier Monaten auf.“ Das sieht Kubicki auch auf Westerwelles Verhältnis zu Merkel zukommen: „Man trifft sich nicht mehr so häufig, um gemeinsam etwas zu machen.“ Das müsse nicht zu Feindschaft führen. Aber die Freundschaft wird „nicht ständig neu aufgefrischt“.

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