Merkel unter Druck

Die Schatten der Gorleben-Entscheidung

Angela Merkel wird von ihrer Vergangenheit eingeholt. Die frühere Umweltministerin muss vor dem Gorleben-Ausschuss ihre Atom-Entscheidungen erklären. Auf Kosten der Sicherheit soll sie eine Billig-Lösung gewählt haben.
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Kanzlerin Angela Merkel: „Gorleben bleibt erste Wahl“ vermeldete sie 1995 als Umweltministerin. Quelle: Reuters

Kanzlerin Angela Merkel: „Gorleben bleibt erste Wahl“ vermeldete sie 1995 als Umweltministerin.

(Foto: Reuters)

BerlinBundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) muss aus Sicht der Grünen aufklären, ob sie als Umweltministerin Gorleben einseitig als Atommüll-Endlager durchsetzen wollte. „Irgendwer muss ja die politische Verantwortung haben für die Entscheidungen in den 90er Jahren“, sagte die Grünen-Obfrau im Gorleben-Untersuchungsausschuss des Bundestags, Sylvia Kotting-Uhl, der Deutschen Presse-Agentur. Merkel wird dem Ausschuss am Donnerstag Rede und Antwort stehen.

Damals sei das Erkundungskonzept wegen fehlender Salzrechte für andere Bereiche so geändert worden, dass man sich auf die Nordost-Passage des Salzstocks konzentriert habe. „Ohne zu wissen, wie es in dem anderen Teil des Salzstocks aussieht, wurde versucht, so den Eignungsnachweis für Gorleben zu bekommen“, sagte Kotting Uhl.

„Dadurch wurden die Kosten gemindert. Zulasten der Sicherheit wurde eine Billig-Lösung gewählt.“ Wenn man wissenschaftlich abgewogen hätte, dann hätte man nach der Verweigerung der Salzrechte auf diesen Standort verzichten müssen. „Doch man wollte diesen Standort, war der Meinung andere Alternativen zu suchen sei zu aufwendig, zu teuer und erzeuge zu viel Widerstand. Dafür finden sich in vielen Akten Belege“, sagte Kotting-Uhl.

Vor dem Abschluss des 2010 eingesetzten Untersuchungsausschusses sieht die Vorsitzende Maria Flachsbarth (CDU) hingegen kaum Belege für ein versuchtes Durchdrücken des Salzstocks als Atommüll-Endlager. „Persönlich sehe ich die Vorwürfe einer massiven politischen Einflussnahme bei der Entscheidung für Gorleben als entkräftet an“, sagte Flachsbarth. Einen bleibender Gewinn des Ausschusses sei, dass bestimmte Erkenntnisse auch bei der geplanten Suche nach Alternativen zu Gorleben hilfreich seien.

„Die Frage von Transparenz und Bürgerteilung wird heute anders gesehen. Ich hoffe sehr, dass wir vor der Niedersachsenwahl zu einer Einigung für ein Endlagersuchgesetz kommen“, betonte Flachsbarth. Auch Kotting-Uhl sagte: „Der Untersuchungsausschuss Gorleben hat durchaus dazu beigetragen, dass die vergleichende Endlagersuche jetzt doch von allen angepackt werden will. Dass es jetzt um einen wissenschaftlichen Vergleich gehen soll.“ Wenn die Zweifel an der Eignung berechtigt seien, werde Gorleben in einem Vergleich relativ bald herausfallen.

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8 Kommentare zu "Merkel unter Druck: Die Schatten der Gorleben-Entscheidung"

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  • @ Casmaron,
    "--könnte man auch in Bayern fündig werden...".
    Genau das ist der Punkt an dem eine sinnvollere Lösung scheitert.

  • Für alle die immer noch glauben, oder politisch korrekt nachplappern, daß die Asse ein "Desaster" ist das auseinanderfällt, empfehle ich das Buch "Märchen von der Asse".
    Kurz zusammengefasst: Es gibt hier einen großen Denkfehler! Der Denkfehler ist, daß der Atommüll auf Millionen Jahre in Beton und rostfreiem Stahl eingeschlossen bleiben muss, und ansonsten eine Öko-Katastrophe passiert. In Wirklichkeit sind die Lager genau so ausgelegt, daß Beton und Metall zerfallen, daß Wasser eindringt usw., während der sichere Einschluss der radioaktiven Materialien allein durch die geologische Lage des Lagers, des Deckgebirges usw. sichergestellt ist. Es wird einfach nichts von unten nach oben kommen, weder Uran noch Wasser.
    Ganz abgesehen davon ist der Atommüll überhaupt nicht so gefährlich wie immer getan wird. Radioaktivität gibt es in der Natur überall, auch ohne ein gelegentliches Fukushima oder ein Endlager, also braucht man hier nicht in Panik auszubrechen wenn einmal ein bischen was in die Natur gelangt. Die Erdwärme ("erneuerbare Energie") stammt vom radioaktiven Zerfall des Kerns der Erde, heiße Quellen enthalten demnach auch Caesium. Wer keine Radioaktivität haben will, muss sich einen anderen Planeten suchen.

  • Nach dem was in der Asse passiert ist, sollte man bei der Endlagersuche ganz schnell auf ehemalige Salzbergwerke verzichten.
    Fragt mal die Schweizer, die haben den Atommüll in alten Tonbergwerken eingelagert ... aber wenn man nach Lagerstätten in Tonschichten sucht, könnte man auch in Bayern fündig werden. ^^
    Alle, die Atomkraft für saubere Energie halten, die können in der Asse ein paar Runden rückenschwimmen.
    Kribbelt länger als man schwimmt, versprochen.

  • Das war ja schon einmal Thema vor ein paar Jahren, wurde aber schnell wieder beiseite gelegt.
    Mal sehen wie es jetzt ausgeht

  • „Gorleben bleibt erste Wahl“ vermeldete Angela Merkel 1995 als Umweltministerin. Mit der 1. Wahl das so eine Sache.

    Atommüll gehört nicht verbuddelt. Es gibt genug stillgelegte Gelände der damaligen NVA und der Bundeswehr. Dort sollten große Hallen entstehen, wo Fässer mit Atommüll gelagert und jederzeit kontrolliert werden können. Die Fässer können dort nicht unkontrolliert verrotten.

    Rund 126.000 Fässer mit Atommüll müssen aus dem Salzstock zurückgeholt werden. Dies geschieht dadurch, dass jedes einzelne Fass in ein größeres Fass umgelagert und geborgen wird.

    Dafür gibt es 3 Arbeitsgruppen. Die eine Arbeitsgruppe stellt neue Fässer im Salzstock bereit. Im 2. Schritt werden die alten Fässer mit einem spezialen Greifarm am Hebefahrzeug angehoben und in die neuen Fässer gestellt. Im 3. Schritt werden die neuen Fässer verschlossen und temporär höher gelagert. Sind die Hallen auf dem Bundeswehrgelände fertig gestellt werden diese doppelwandigen Fässer mit Atommüll hoch geholt und dort eingelagert. Wenn alles sehr gut organisiert ist kann die Rückholaktion fliesbandartig ablaufen.

    Werden die Fässer nicht nach oben geholt, ätzt das Salzwasser die Fässer durch und das Grundwasser wird mit atomarem Müll verseucht. Die Folgekosten werden immens steigen. Viele Menschen werden schwerste Krankheiten erleiden und schrecklich verkrüppeln.

    Das ist das Ergebnis falscher Politik.

  • Diese FDJ-Aktivistin hat nicht nur Probleme mit der Endlagerung erzeugt, die ist z.Z. auch dabei unsere Energiewirtschaft zu ruinieren, mit dem € unseren Lebensstandard weiter abzubauen um die Südländer bei Laune zu halten und uns in eine virtuelle EU einzubinden , aus der wir uns niemals mehr erholen ! Ganz nach der Manier, die Partei hat es beschlossen, und die Partei bin ich !!!
    Welche Muttisöhnchen von der CDU sich um diese Zonenwachtel gescharrt haben ist ja bekannt, deshalb hat sie mit denen auch ein leichtes Spiel. Wer aufmuckt ist weg. Was für eine Farce....!

  • Lauter Kugeln, die umeinander kreisen,das macht eine Physikerin kaputt. Wie soll frau da noch klar Denken können?
    Hoffentlich verwechselt sie das Beauty-Collagen nicht noch mit Teer und Federn.

  • "Auf Kosten der Sicherheit soll sie eine Billig-Lösung gewählt haben."

    Na und?
    Auf Kosten des Volkes und gegen die geltende Rechtsprechung verhökert die uns ja auch an die EU.
    Sie will jetzt sogar erneut Griechenland wieder mit Steuergeld der Deutschen unterstützen, trotz anders lautender Rechtsprechung, doch erfahren soll das der Bürger erst nach der nächsten Bundestagswahl 2013!
    Rechtsbrüche pflastern ihren Weg, soweit das Auge reicht!

    Aber was will man auch von Jemandem erwarten, der in Unfreiheit aufgewachsen ist. Ihr ist die Freiheit nichts wert und das Volk merkt erst, wie wichtig Freiheit war, wenn es sie verloren hat!

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