Merkel: Wahlen gewinnt man nur in ganz Deutschland
Stoiber fordert Lafontaine zum Rededuell

Trotz Mahnungen aus der CDU, keinen Ost-West-Konflikt zu schüren, hat der CSU-Vorsitzende Edmund Stoiber seine umstrittenen Äußerungen über Ostdeutsche verteidigt und eine Entschuldigung abgelehnt. Ziel seiner Angriffe seien die Spitzenpolitiker der Linkspartei, Oskar Lafontaine und Gregor Gysi, sagte Stoiber am Sonntag.

HB BERLN. Er habe auf die für ihn unverständliche Tatsache eingehen wollen, "dass Gysi und Lafontaine - diese Altfrustrierten in Deutschland" vor allem im Osten großen Zulauf hätten. Dies sei eindeutig gewesen.

Bundeskanzler Gerhard Schröder verurteilte die Äußerungen Stoibers scharf und warf Unions-Kanzlerkandidatin Angela Merkel Führungsschwäche vor.

Diese distanzierte sich erneut von den Äußerungen, ohne den Stoiber direkt zu nennen. Der stellvertretende CDU-Vorsitzende Christian Wulff forderte die Unionsparteien auf, "die Nebenkriegsschauplätze im Wahlkampf" zu verlassen.

Am Wochenende wurden weitere Zitate Stoibers bekannt, in denen er Wähler der Linkspartei als "dümmste Kälber" bezeichnete. Zuvor hatte er bereits gesagt, der Osten dürfe nicht erneut bestimmen, wer Kanzler werde. Die Frustrierten dürften nicht über Deutschlands Zukunft bestimmen. Ähnlich hatte sich auch Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) geäußert.

Stoiber: Äußerungen waren unmissverständlich

Auf die Frage, ob es nicht einfach wäre zu sagen, er entschuldige sich, "wenn ihr das missverstanden habt im Osten", sagte Stoiber im ZDF: "Das kann nicht missverstanden werden." Es sei klar, dass er Gysi und Lafontaine gemeint habe: "Da habe ich darauf hingewiesen, und ich werde natürlich diese Auseinandersetzung weiter führen und werde alle auffordern, gegen diese härter vorzugehen." Die Union und die FDP bräuchten eine deutliche Mehrheit bei den Wahlen im September.

Der bayerische Innenminister Günther Beckstein (CSU) nannte eine Entschuldigung unnötig. Stoiber habe mit seinen Äußerungen lediglich wachrütteln wollen, sagte er Reuters-TV.

Das Interview wurde nach ZDF-Angaben geführt, bevor weitere Äußerungen Stoibers über ostdeutsche Wähler bekannt wurden. Stoiber hatte auf einer Wahlkampfkundgebung in Bayern berichtet, er habe in Thüringen mit Blick auf Lafontaine davor gewarnt: "Nur die dümmsten Kälber wählen ihre Metzger selber." Er sei sich nicht ganz sicher, ob alle das bei der Kundgebung in Thüringen richtig verstanden hätten. "In Bayern mit Sicherheit."

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