Merkel wartet ab
Meyer bekommt eine letzte Chance

Die CDU-Vorsitzende Angela Merkel will ihrem Generalsekretär Laurenz Meyer noch eine Chance zur Klärung seiner umstrittenen Bezüge vom RWE-Konzern geben.

HB DÜSSELDORF. „Laurenz Meyer hat angekündigt, alle Fakten auf den Tisch zu legen“, sagte eine Sprecherin Merkels. „Dafür muss er eine echte Chance bekommen. Dabei geht Präzision vor Schnelligkeit.“ Mehrere Zeitungen hatten berichtet, die CDU-Spitze schließe einen Rücktritt des Generalsekretärs nicht mehr aus.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa soll die Entscheidung über Meyers politische Zukunft bis Dienstag fallen. Ob Meyer danach weiter im Amt ist, sei zur Stunde offen, hieß es in der Partei. Insgesamt wird die Lage von Meyer als „sehr kritisch“ beschrieben.

Meyer muss nach den Enthüllungen um Zahlungen des Stromkonzerns RWE um seinen Posten fürchten. Er war bei RWE vor der Übernahme seines Postens als Generalsekretär im November 2000 beschäftigt. Er hat aber auch danach bis April 2001 Gelder von RWE erhalten. Dies hatte er damit gerechtfertigt, dass er bis dahin noch Aufträge für den Konzern abgewickelt habe.

Bosbach stärkt Meyer den Rücken

Am Montag wurden zunächst in der Partei- und Fraktionsspitze mehrere Gespräche zur Zukunft von Meyer geführt. Wenn Meyer seine Erklärung abgegeben hat, wird nach Einschätzung in der Partei Merkel erneut mit Meyer sprechen.

In der CDU wird Meyer weniger der Empfang der Leistungen von RWE angelastet als sein Verhalten nach Beginn der Enthüllungen vor gut einer Woche. Unions-Fraktionsvize Wolfgang Bosbach (CDU) sagte dem SWR, Meyer habe versprochen, „dass jetzt alle, also ausnahmslos alle Zahlungen und Vergünstigungen der Gründe und der Höhe nach offen gelegt und auch von ihm erläutert werden“. Bosbach fügte jedoch an: „Und ich hoffe, dass die Erklärungen so sind, dass wir dann nicht weiter debattieren müssen.“

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