Merkel zu Gipfelergebnis
„Der Euro ist jede Anstrengung wert“

Bundeskanzlerin Merkel betrachtet es als historische Aufgabe den Euro zu schützen. Dabei will sie auch die Opposition einbinden. Gleichzeitig räumte sie ein, dass die Kosten für das Hilfspaket noch unklar seien.
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BerlinNach dem Brüsseler Gipfel zur Euro-Krise hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Sorgen vor unabsehbaren Kosten der Finanzhilfen für Griechenland zu zerstreuen versucht. Sie wolle „alles“ versuchen, die Kosten für die Krisenbewältigung „möglichst gering“ zu halten, sagte Merkel am Freitag auf einer Pressekonferenz in Berlin.

Merkel warb dafür, die Kosten für die Krisenbewältigung als Investition in die Zukunft zu betrachten. „Was wir in diesen Zeiten für Europa und den Euro aufwenden, das bekommen wir auf ein Vielfaches zurück“, sagte Merkel. „Das ist jede Anstrengung wert.“ Die Kanzlerin warnte, „Europa ist ohne den Euro nicht mehr denkbar.“ Deshalb sei es eine historische Aufgabe, den Euro zu schützen.

Merkel betonte mit Blick auf Vorwürfe eines zu zögerlichen Handelns, sie sei eine „leidenschaftliche Europäerin“. Wenn man nun aber falsche Weichenstellungen mache, könne dies „dramatische Folgen“ haben. Merkel zeigte sich zuversichtlich, dass Griechenland und auch Irland die Reformen erfolgreich umsetzen werden.

Eine besondere Herausforderung an Regierungen sei es, immer das Ganze im Blick zu haben. In diesem Zusammenhang gelte es, dass Deutschland international wie auf EU-Ebene Verantwortung übernehme. Merkel kritisierte, dass in der Euro-Krise mit Ideen und Begriffen wie Euro-Bonds oder einer Transferunion hantiert werde, die der Komplexität der Sache nicht immer gerecht würden. Man brauche einen Prozess von mehreren Schritten, um das Schuldenproblem einer Lösung zuzuführen, sagte Merkel mit Blick auf die Schuldenkrise. Diese sei nicht mit einem „spektakulären Paukenschlag“ zu lösen.

Merkel zeigte sich bereit, in der Euro-Politik auch die Opposition einzubinden. Mit Blick auf das Angebot der SPD zu einem abgestimmten Vorgehen sagte sie: „Ich bin bereit zu dieser Zusammenarbeit.“ Sie habe bereits die Fraktionschefs der Opposition über die Ergebnisse des Euro-Gipfels unterrichtet. Inwieweit das Kooperationsangebot der SPD tragfähig sei, werde sich aber erst „an den konkreten Taten zeigen“.

Merkel zeigte sich verwundert über Äußerungen von SPD-Chef Sigmar Gabriel, der kurz nach Ende des Euro-Gipfels einen Schuldenschnitt verlangt hatte. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet habe „gewichtigste Argumente“ vorgebracht, welche unabsehbaren Folgen dies haben könne. Die SPD solle vielleicht mit Trichet selbst sprechen, sagte die Kanzlerin.

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  • Frau Merkel hat mit dafür gesorgt, daß die Griechen iher Schulden nun ganz bequem loswerden können - per selbst erklärtem Austritt aus der Währungsunion, wenn alle Griechenbonds eingesammelt sind und die EFSF alleinige Gläubigerin mit den Steuerzahlern als Burgen ist. Herrn Papandreou winken die höchsten nationalen Ehren seines Landes!

  • Ich glaube die Kanzlerin mit Ost-Hintergrund sowie FDJ Erfahrung, ist nicht mehr Herr ihrer Sinne. Es wurde hier schon erklärt, dass manche Bürger eine bessere Ausbildung/Studium genossen haben als mancher Berater der Kanzlerin und sie selbst. Leider haben wir erleben müssen, das die BRD-Superpolitiker beim Beitritt der DDR zum Grundgesetz, nicht über ihren Horizont hinausgesehen haben, warum wurde von diesen Herrschaften für den Reststaat des Reiches eine neue/alte Verfassung (Weimarer Verfassung) geschaffen? Nach meinen Überlegungen, nur aus dem Grund, um die Macht nicht mit dem Souverän zu teilen, das Ergebnis sehen wir jetzt, schleichend wir die BRD von den sogenannten Politikern abgewickelt. Und niemand stellt sich dagegen.
    Frau Merkel, sie und ihre Hintermänner, sind für den Untergang unseres Volkes/Landes verantwortlich, ich danke ihnen dafür.
    Danke

  • Die britische Seeblockade wurde auch nach dem Waffenstillstand November 1918 fortgesetzt um die Unterschrift unter die Pariser Vorortverträge (Versailler Vertag)zu erzwingen, die im Sommer 1919 unterzeichnet wurden.

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