Merkels Flüchtlingspolitik
Kanzlerin hat in der CDU doch noch Fans

Merkel steht in der Flüchtlingskrise in den eigenen Reihen unter großem Druck. Nun kommt die Gegenoffensive. Mehrere CDU-Initiativen stellen sich demonstrativ hinter den Leitsatz der Kanzlerin: „Wir schaffen das“.

BerlinWenn Angela Merkel beim Zuhören nach unten schaut, ist dies meist ein Zeichen dafür, dass sie gerade Unangenehmes hört. So war das am vergangenen Mittwochabend. Beim Zukunftskongress der östlichen CDU-Landesverbände im sächsischen Schkeuditz vermied sie häufiger den Blick ins Publikum. Denn etliche der ostdeutschen Parteimitglieder warfen der CDU-Chefin Ausdrücke an den Kopf, die die aus Berlin angereiste Kanzlerin seltener hört: Es hagelte Forderungen nach einem Stopp der Flüchtlingszustroms.

„Ich habe Angst, dass der Staat kapituliert und es Folgen für meine Kinder und Kindeskinder hat“, sagte einer der rund 1.000 anwesenden Christdemokraten. „Das sind meine Sorgen und Ängste: Machen sie die Grenzen dicht“, forderte er. „Wir können nicht alle aufnehmen. Wir sind voll.“ Von „Asylschleichern“ war die Rede, bei denen ein „härteres Durchgreifen“ nötig sei wie auch bei denen, die Werte und das Grundgesetz nicht einhalten.  „Allein mit christlicher Nächstenliebe lässt sich die staatliche Ordnung nicht aufrecht erhalten“, sagte ein anderer und ging Merkel frontal an: „Sie haben versagt“, sagte er und warnte vor einer „nationalen Katastrophe“.

Nun bedeuten die kritischen Töne der durch die Pegida-Bewegung ohnehin nervösen Sachsen noch keine echte Revolte gegen Merkel - die Stimmung auf den CDU-Parteiveranstaltungen in Wuppertal und Stade war eine ganz andere, auch wenn es dort vereinzelte kritische Kommentare gab. Und in Schkeuditz gab es auch Unterstützung. Aber die Warnsignale gerade für die Volkspartei CDU häufen sich, nicht nur wegen des mittlerweile von mehr als hundert lokalen CDU-Mitgliedern unterzeichneten „Brandbriefs“ an Merkel.

In dieser aufgeheizten Stimmung fassten sich nun verschiedene CDU-Politiker ein Herz und starteten unabhängig voneinander groß angelegte Kampagnen, die der Kanzlerin für ihren Flüchtlingskurs Rückenwind geben sollen. Die Christdemokraten, darunter viele Oberbürgermeister, Landräte, ehemalige und aktive Bundestagsabgeordnete, aber auch einfache Bürger, stellen sich demonstrativ hinter den Leitsatz der Kanzlerin: „Wir schaffen das“.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%