Merkels Kabinett
Müller: „Ich will nicht Innenminister werden“

Nach der Aufteilung der Ressorts in einer großen Koalition läuft die Personaldiskussion in den Parteien auf Hochtouren. Für das Innenministerium ist vor allem Wolfgang Schäuble im Gespräch. Doch jetzt erklärte der saarländische Ministerpräsident Peter Müller überraschend, Angela Merkel habe ihm diesen Posten angeboten.

HB BERLIN. Merkel habe Müller nach dessen Angaben angeboten, das Innenministerium in einer großen Koalition zu übernehmen. Er habe der künftigen Bundeskanzlerin aber telefonisch mitgeteilt, dass er nicht nach Berlin komme. "Ich habe ihr gesagt, dass ich für ein Amt in der Bundesregierung nicht zur Verfügung stehe", sagte der CDU-Politiker.

Das Angebot habe er aber als ehrenvoll und reizvoll empfunden. Für ihn sei immer entscheidend gewesen, an welcher Stelle er dem Saarland am besten dienen kann, sagte Müller weiter. Er wolle sich aber an den Verhandlungen zum Koalitionsvertrag beteiligen. Müller hatte als Experte für Wirtschaft und Arbeit zum Wahlkampfteam Merkels gehört. In der neuen Bundesregierung soll die Union neben dem Innenministerium noch die Wirtschaft, Verteidigung, Familie, Bildung und Forschung erhalten.

Die Äußerung von Müller kommt insofern überraschend, als bislang Fraktionsvize Wolfgang Schäuble als aussichtsreichster Kandidat für das Innenministerium galt. Zudem wurde Bayerns Innenminister Günther Beckstein gehandelt.

Die CSU ist indes nach einem Zeitungsbericht in einer großen Koalition auch an der Übernahme des Familienministeriums interessiert. Neben dem Verteidigungs-, dem Innen- und dem Agrarministerium sei dieses Ressort eine interessante Option für einen zweiten Kabinettsposten der CSU, berichtete die "Berliner Zeitung" unter Berufung auf Parteikreise. Es sei aber noch nichts entschieden. Fest gesetzt ist bislang nur CSU-Chef Edmund Stoiber als neuer Wirtschaftsminister.

Bildergalerie: Merkels mögliches Kabinett

Neue Optionen gebe es auch in der CDU, berichtete die Zeitung weiter. So könne die baden-württembergische Kultusministerin Annette Schavan, die bislang als neue Bildungsministerin gehandelt wurde, als Kultus-Staatsministerin ins Kanzleramt wechseln. Auf diese Weise könne der Proporz zwischen den CDU-Landesverbänden gewahrt werden, wenn mit Fraktionsvize Wolfgang Schäuble und CDU-Generalsekretär Volker Kauder noch zwei weitere Baden-Württemberger herausgehobene Kabinetts- oder Fraktionsposten erhielten.

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