Merkels Vize
Ursula von der Leyen empfiehlt sich für Höheres

Auf dem Parteitag der CDU gelang Arbeitsministerin Ursula von der Leyen ein weiterer Schritt ihrer politischen Karriere: Sie ist künftig eine der insgesamt vier Vizevorsitzenden. Ein Erfolg der früher oder später auch höhere Aufgaben für die siebenfache Mutter bereithält.
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BERLIN. Seit sie Ende vergangenen Jahres überraschend Franz Josef Jung an der Spitze des Bundesarbeitsministeriums beerbte, hatte Ursula von der Leyen vor allem mit sperriger Kleinarbeit zu kämpfen: Binnen Jahresfrist musste sie wegen zweier komplizierter Verfassungsgerichtsurteile einen mühsamem Umbau des Hartz-IV-Systems auf den Weg bringen – kein Vergleich zu dem Großprojekt einer familienpolitischen Modernisierung, dem sie zuvor ihre Arbeit als Familienministerin gewidmet hatte.

Seit gestern darf von der Leyen, siebenfache Mutter, außerdem studierte Ökonomin und Medizinerin, nun auch von Amts wegen wieder die großen Linien der Politik mitprägen. In ihrer Bewerbungsrede für den CDU-Vizevorsitz machte sie den Anspruch auf dem Karlsruher Parteitag auch sofort klar: Es gelte „deutlich zu machen, dass das große Versprechen der Sozialen Marktwirtschaft auch in einer globalisierten Welt gilt“, mahnte sie. So ähnlich hat man es auch schon von Bundeskanzlerin Angela Merkel gehört.

Neben Norbert Röttgen, dem gerade frischgebackenen Landeschef der NRW-CDU, wird von der Leyen künftig die zweite der insgesamt vier CDU-Vizevorsitzenden sein, die sich über kurz oder lang für noch höhere Aufgaben bereithalten. Das unterscheidet sie vom neuen hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier, der Roland Koch nun auch als CDU-Vize beerbt hat, aber einstweilen nicht über dessen bundespolitisches Profil verfügt. Und es unterscheidet sie auch von Bildungsministerin Annette Schavan, die zwar als einzige Merkel-Stellvertreterin schon länger im Amt ist – die aber gestern mit einem Stimmenergebnis von 64 Prozent nicht gerade gestärkt wurde.

Wenn sich der perspektivische Wettlauf zwischen Röttgen und von der Leyen um die künftige Macht in der CDU allein nach den Stimmergebnissen bemessen würde, dann hätte der Rheinländer Röttgen nun allerdings knapp die Nase vor von der Leyen – mit gut 88 Prozent erzielte der Umweltminister ein graduell besseres Ergebnis als die Arbeitsministerin.

Zu deren besonderen Stärken gehört freilich, dass sie nicht nur Kleinigkeiten, sondern auch echte Niederlagen mit kühler Professionalität wegsteckt – wie zuletzt im Sommer, als sie das Amt der Bundespräsidentin in letzter Minute ihrem einstigen niedersächsischen Förderer Christian Wulff überlassen musste.

Dietrich Creutzburg
Dietrich Creutzburg
Handelsblatt / Korrespondent

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  • Ja so sind sie eine Aufgabe ( Arbeitslosigkeit ) nicht erledigt sonder statistisch gesehen ins schönere licht dargestellt schon eilen wir weil zu höheren berufen zur nächsten Aufgabe,also keine zeit für irgendwas.ich bin so wichtig da kann ich nicht überall zu 100% arbeiten,das müsst ihr mir glauben ich werde auch an anderen Stellen gebraucht noch dazu wo die Arbeislosigkeit sinkt ohne ende statistisch betrachtet.wie jetzt immer mehr ältere verlieren ihren Job und das schon seit längeren,statistisch ist das nicht so meine zahlen sagen da was ganz anderes aus.Statistisch gesehen.der Rest arbeitet als 1 euro Arbeiter und geht dann in eine Festanstellung.Die selben tricks aller Honnecker/Milke Wir lieben Euch doch alle.Nun müssen wir noch schnell Weihnachtsgeschenke einpacken oder wollt ihr keine unterm Tannebaum vorfinden ? Die 1.8 billionen Staatsschulden reden wir später darüber wenn ich zeit habe ersteinmal für das Defiziet der bundesanstalt für arbeit,das war der Weisse geht mich nichts an.

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