Metall-Tarifrunde
IG Metall nennt Lohnangebot „Provokation“

Die IG Metall hat das erste Angebot der Arbeitgeber im laufenden Tarifkonflikt als "Provokation" zurückgewiesen. Die Arbeitgeber in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg hatten am Donnerstag angeboten, Löhne und Gehälter der Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in zwei Schritten um jeweils 1,2 Prozent zu erhöhen. Der Tarifvertrag soll eine Laufzeit von 24 Monaten haben.

HB/dc DÜSSELDORF. Neben der regulären Erhöhung des Jahresentgelts sieht das Angebot monatliche Einmalzahlungen vor, die aber von der wirtschaftlichen Lage der Betriebe abhängig gemacht werden sollen. Danach sollen die Einkommen zwischen März 2006 und Februar 2007 um 0,6 Prozent steigen. Von März 2007 bis Februar 2008 sind 0,4 Prozent vorgesehen. Die Betriebsparteien sollten aber von den Zahlungen nach unten abweichen können. Für Betriebe, die Mitarbeiter einstellen, fordern die Arbeitgeber zudem die Möglichkeit, die Arbeitszeit wöchentlich um zehn Minuten ohne Lohnausgleich zu verlängern. Das Angebot sei mit Gesamtmetall abgestimmt, sagte der Verhandlungsführer der NRW-Arbeitgeber, Michael Jäger. Er räumte ein, dass er keine Zustimmung der IG Metall erwarte.

Die Gewerkschaft, die fünf Prozent mehr Geld fordert, lehnte die Offerte umgehend ab und kündigte eine Fortsetzung ihrer seit Ende März laufenden Warnstreiks an. Für die Zeit nach Ostern droht sie zudem mit Urabstimmungen über einen großen Arbeitskampf. IG-Metall-Chef Jürgen Peters wies das Angebot am Nachmittag als unzureichend zurück: „Das ist kein Angebot, sondern eine Provokation“, sagte er in Frankfurt. Wer die Menschen bei der aktuellen Gewinn- und Auftragssituation der Unternehmen mit einer Erhöhung unterhalb der Inflation abspeisen wolle, trage nicht zur Lösung, sondern nur zur Verschärfung des Tarifkonflikts bei. Auch der baden-württembergische IG-Metall-Chef Jörg Hofmann nannte das Angebot eine „Zumutung“, weil die angebotene Lohnsteigerung unter dem Inflationsausgleich und unter der gesamtwirtschaftlichen Produktionsentwicklung liege.

Dagegen sehen die Arbeitgeber keinen Spielraum für größere Einkommenszuwächse: „Wir unterliegen heute einfach anderen Zwängen“, betonte Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser mit Blick auf den globalen Wettbewerbsdruck. „Wir können mit einem halben Prozent mehr oder weniger in der Lohnpolitik nicht mehr so großzügig umgehen wie das vielleicht noch vor zehn Jahren der Fall war“, sagte er dem Handelsblatt.

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