Metall- und Elektroindustrie
Krise entzweit Metall-Tarifparteien

Die Tarifparteien der Metall- und Elektroindustrie streiten über eine Entlastung krisengeschüttelter Unternehmen. Nach Ansicht der Arbeitgeber macht es die IG Metall den Betrieben unnötig schwer, die dafür in den Tarifverträgen vorgesehenen Instrumente zu nutzen. Die Parteien streiten über eine Entlastungsklausel und Zuschüsse bei Kurzarbeit.

BERLIN. Damit steige die Gefahr, dass die Firmen bald massiv Personal entlassen, warnt der Arbeitgeberverband Südwestmetall. Dagegen verweist die IG Metall vor allem auf das Kurzarbeitergeld der Bundesagentur für Arbeit (BA), welches ohnehin das „Hauptinstrument“ für Krisenfälle sei.

Nach einer aktuellen Südwestmetall-Umfrage in der Schlüsselregion Baden-Württemberg will jedoch mittlerweile mehr als die Hälfte der Metall- und Elektrobetriebe die im Tarifvertrag vorgesehene Option nutzen, Teile der Lohnerhöhungen für 2009 aufzuschieben. Fünf Prozent haben der Umfrage zufolge bereits betriebsbedingte Kündigungen ausgesprochen; zwölf Prozent planen derzeit, dies im Jahresverlauf zu tun. Doch gerade diese Zahl könne sich noch „deutlich erhöhen“, wenn Unternehmen den Eindruck gewännen, dass IG Metall und Betriebsräte nicht voll zu gültigen Tarifvereinbarungen stünden, warnte Südwestmetall-Chef Jan-Stefan Roell.

Die Umfrage basiert auf Antworten von 500 Firmen. Im Südwesten liegt ein Schwerpunkt der Metall- und Elektroindustrie, in der bundesweit 3,6 Mio. Menschen arbeiten. Die Ergebnisse belegten, dass der globale Abschwung die Kernbranchen Automobil, Elektro und Maschinenbau „mit voller Wucht erwischt“ habe, sagte Roell. Umso „fataler“ wirke es, wenn sich die Gewerkschaft gerade jetzt „tarifwidrig“ verhalte.

Hintergrund ist die Position der IG Metall, wonach nur solche Firmen Zugeständnisse erhalten sollen, die dafür auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten. Der im November 2008 geschlossene Tarifvertrag sieht vor, dass eine normalerweise im Mai 2009 fällige Lohnerhöhung von 2,1 Prozent um bis zu sieben Monate verschoben werden kann, wenn sich Geschäftsleitung und Betriebsrat darauf einigen. Weitere Bedingungen sehe der Tarifvertrag nicht vor, betont Südwestmetall.

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