Metaller bei Opel stützen Peters
Fronten in der IG Metall zu Peters verhärten sich

Nach dem gescheiterten Metallerstreik in Ostdeutschland haben sich die Fronten in der IG Metall weiter verhärtet. Nach Einschätzung aus Kreisen ihres Vorstandes steht die Gewerkschaft bei ihrer für Dienstag geplanten Vorstandssitzung vor einer Zerreißprobe mit ungewissem Ausgang.

Reuters STUTTGART/HANNOVER. In die Reihe der Kritiker reihte sich auch Erich Klemm, einflussreicher Gesamtbetriebsratschef von Daimler-Chrysler, ein. Gleichzeitig erhielt Peters aber auch zunehmend Unterstützung sowohl aus dem Vorstand als auch von der Gewerkschaftsbasis.

Der derzeitige Gewerkschafts-Vize Peters hatte am Dienstag in Neu-Ulm nach Angaben mehrerer Zeitungen erklärt, er halte an seiner Kandidatur für die Nachfolge von IG-Metall-Chef Klaus Zwickel fest. Als völlig offen galt gewerkschaftsintern am Mittwoch der Ausgang der mit Spannung erwarteten IG-Metall- Vorstandssitzung am Dienstag in Frankfurt, auf der über Konsequenzen aus dem gescheiterten Streik beraten werden soll.

DaimlerChrysler-Betriebsrat Klemm empfahl Peters, noch vor diesem Spitzentreffen seinen Verzicht auf den IG-Metall-Vorsitz zu erklären. „Ich fordere Jürgen Peters auf, das zu tun, was nötig ist: zu sagen, „Ich räume meinen Stuhl'“, sagte Klemm Reuters. „Es wäre gut, wenn vor der Sitzung die Altlasten erledigt wären.“ In diesem Punkt erkenne er unter den Gewerkschaftern große Übereinstimmung. Insbesondere Peters und dem IG-Metall-Bezirksleiter in Ostdeutschland, Hasso Düvel, wird die Niederlage der IG Metall im Streit um die 35-Stunden-Woche in Ostdeutschland angelastet.

Statt Peters solle der baden-württembergische Bezirksleiter Berthold Huber neuer IG-Metall-Chef werden, sagte Klemm. „Ich habe einen Kandidaten, und der heißt Huber.“ Huber war vor zwei Monaten in der Abstimmung über den künftigen Vorsitz im Vorstand knapp gegen Peters unterlegen. Nach dem anschließenden einhelligen Votum sollte der 53-jährige Huber jetzt Stellvertreter von Peters werden.

Peters war zuletzt auch von Betriebsratsvorsitzenden anderer Autokonzerne den Rücktritt nahe gelegt worden. Mit Jürgen Röder hatte sich erstmals auch ein Mitglied des geschäftsführenden Bundesvorstandes dieser Forderung angeschlossen.

Im Lager der Peters-Anhänger hieß es, in der Öffentlichkeit entstehe derzeit durch einige lautstarke Verzichts-Forderungen ein falscher Eindruck. An der Basis werde dieses Vorgehen als gewerkschaftsschädlich angesehen. Peters genieße dort weiterhin Sympathien.

So distanzierten sich inzwischen die Vertrauensleute der IG Metall beim Autohersteller Opel in Bochum von ihrem Betriebsratschef Klaus Franz, der den Abbruch des Streikes und Konsequenzen von Peters und Düvel gefordert hatte. Franz habe weder vom Bochumer Betriebsrat noch den Vertrauensleuten der Gewerkschaft eine Legitimation für sein öffentliches Auftreten. „Im Gegenteil: Er verstößt gegen eigene längere festgelegte Beschlüsse“, heißt es in einem Reuters vorliegenden Brief der Bochumer IG-Metaller an die Gewerkschaftsspitze in Frankfurt. Ebenso gewerkschaftsschädlich seien die Äußerungen des IG-Metall-Bevollmächtigen für Bochum, Ludger Hinse. Dieser habe mit seiner Kritik an Peters und anderen seine „persönliche Auffassung“ öffentlich gemacht habe, hieß es.

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