Metallindustrie
Tarifkonflikt steuert auf Entscheidung zu

Die Tarifparteien in der Metallindustrie wollen mit einem letzten Einigungsversuch die von der IG Metall ultimativ angekündigten unbefristeten Streiks abwenden. Bei den Gesprächen werden auch die Bundesspitzen von Gewerkschaft und Arbeitgebern anwesend sein, um einen möglichen Pilotabschluss abzusegnen.

HB DÜSSELDORF. IG-Metall-Vize Berthold Huber forderte ein Angebot von über drei Prozent. „Arbeitskampf oder Verhandlungen – die Arbeitgeber haben es in der Hand“, sagte der Verhandlungsleiter der nordrhein- westfälischen IG Metall, Detlef Wetzel, einen Tag vor der neuen Verhandlungsrunde in Düsseldorf. Er sei skeptisch, ob eine Einigung gelingen werde, doch sei diese nicht ausgeschlossen, sagte Wetzel.

Wetzel betonte, dass die entscheidende Runde am Freitag erst durch ein Signal der Arbeitgeber möglich geworden sei, die damit einer Forderung der IG Metall nachgekommen seien. Beide Seiten hätten sich grundsätzlich auf einen Vertrag zur Qualifizierung der Mitarbeiter geeinigt. Damit ist ein erster wichtiger Stein auf dem Weg zu einer Gesamtlösung aus dem Weg geräumt. Die Arbeitgeber erklärten, es gebe nun „Lösungsmöglichkeiten im Hinblick auf das Gesamtpaket“.

Gelingt bis Montagabend keine Einigung, wird der Vorstand der IG Metall am Dienstag über die Einleitung von Urabstimmungen und einen unbefristeten Streik entscheiden. Denn eine Reihe von Bezirken der Gewerkschaft hat die Gespräche bereits für gescheitert erklärt und eine Einigungsfrist bis Montag, 24.00 Uhr, gesetzt. Auch die IG Metall im wichtigen Tarifbezirk Baden-Württembergs schloss sich am Donnerstag dieser Forderung an.

Der stellvertretende IG-Metall-Chef forderte ein substanzielles Angebot der Arbeitgeber. „Ein Angebot der Arbeitgeber von mindestens drei Prozent plus x in der Struktur ist aber ein absolutes Minimum“, sagte Huber in Ingolstadt.

„Streiks fügen im Endeffekt allen Beteiligten mehr Schaden zu im Vergleich zum vermeintlichen Gewinn“, warnte Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser die Gewerkschaft erneut in einem Gespräch mit der „Berliner Zeitung“. Ein Arbeitskampf sei völlig überzogen, wenn es um einen halben Prozentpunkt mehr oder weniger gehe.

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