Mexiko-Besuch
Westerwelle sichert Hilfe im Drogenkrieg zu

Westerwelle hat Mexiko deutsche Hilfe im Kampf gegen die großen Drogenkartelle versprochen, die dem Land schwer zu schaffen machen. Ein weiteres Thema seines Mexiko-Besuchs: Der neue VW Beetle.
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Mexiko-Stadt„Wir wissen, dass Mexiko den Kampf gegen die großen Drogenkartelle mit rechtsstaatlichen Mitteln gewinnen will“, sagte Westerwelle bei einem Besuch in Mexiko-Stadt. „Diese Haltung unterstützen wir.“ Deutschland hilft unter anderem bei der Ausbildung von mexikanischen Polizisten. In Mexiko tobt ein Kampf der Drogenkartelle, bei dem es um viele Milliarden Dollar geht.

Weiteres wichtiges Thema sind die Wirtschaftsbeziehungen. Gemeinsam mit Präsident Felipe Calderón gab Westerwelle in Puebla den Startschuss für die Herstellung des neuen VW-Beetle, der im dortigen VW-Werk hergestellt wird. Im nächsten Lahr sollen bereits 100.000 Fahrzeuge des zweiten Käfernachfolgers vom Band laufen: Calderón warb dabei um weitere deutsche Investitionen.

Für den mexikanischen Präsidenten ist der Erfolg von Volkswagen in Mexiko ein Spiegel der erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern. Westerwelles Besuch bedeute eine weitere Stärkung der deutsch-mexikanischen Beziehungen, sagte er.

Beispielhaft für die enge Zusammenarbeit auf wirtschaftlichem Gebiet ist die Produktion des VW-Beetle. Der Nachfolger des klassischen „Käfer“ läuft seit 1997 exklusiv für den Weltmarkt in Puebla vom Band. Mehr als 1,3 Millionen Exemplare wurden seither verkauft. Auch das neue Modell wird in Puebla 120 Kilometer östlich vonm Mexiko-Stadt hergestellt. Die Investitionskosten betrugen etwa 275 Millionen Euro. Westerwelle bezeichnete den Beetle als „Symbol für die Freundschaft zwischen unseren Ländern“.

Mexiko gehört ebenso wie Deutschland zur G20-Gruppe der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer. Beide Länder sind wirtschaftlich eng miteinander verknüpft. Das Handelsvolumen betrug im vergangenen Jahr mehr als zehn Milliarden Euro. In den Niederlassungen deutscher Firmen sind in Mexiko etwa 120.000 Menschen beschäftigt.

Westerwelle ging auch auf die Sorgen der deutschen Wirtschaft angesichts der organisierten Kriminalität ein. „Wir unterstützen diesen Kampf auch praktisch und beraten darüber, wie diese Hilfe ausgebaut werden kann.“ Bislang habe er aber keine „keine Anzeichen dafür, dass das Interesse der deutschen Wirtschaft gemindert würde“.

An diesem Samstag will der FDP-Politiker den südmexikanischen Bundesstaat Chiapas besuchen. Letzte Station der einwöchigen Amerika-Reise wird am Sonntag Haiti sein, wo sich Westerwelle über den Stand des Wiederaufbau-Arbeiten nach der Erdbeben-Katastrophe informieren will. Bei der Katastrophe im Januar 2010 waren mehr als 220.000 Menschen ums Leben gekommen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Jahrelang gab es in den USA die Prohibition und Alkohol war illegal wie heute Kokain. Hat es etwas gebracht? Ja, die Mafia! Mexiko hat keine Chance diesen Krieg zu gewinnen. Solange die Konsumentenländer den Konsum nicht in den Griff bekommen wird es Drogenhandel geben und die Drogenmafia wird immer mächtiger, je erbitterter der Drogenkrieg tobt - denn die Preise steigen und die Gewinne werden immer größer. Westerwelle und seine Kollegen wissen dies auch, aber solange die Waffenindustrie gut an diesem Krieg verdient, wird er weiter gefördert: Lobbypolitik. Wir zahlen diesen Irrsinn mit Steuergeldern und Mexiko mit Tausenden von Menschenleben.

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