Mexiko
Drogenkrieg gefährdet deutsche Investitionen

In Mexiko tobt seit Jahren ein grausamer Kampf der Drogenkartelle. Jetzt hat sich Bundespräsident Christian Wulff bei einem Besuch in dem Land besorgt über die brutale Kriminalität geäußert.
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Mexiko-StadtDeutschland wird Mexiko im Kampf gegen die ausufernde Drogenkriminalität in dem Land verstärkt unterstützen. Das sicherte Bundespräsident Christian Wulff der Regierung des nordamerikanischen Landes zum Abschluss seiner Gespräche mit Präsident Felipe Calderón zu. Dazu solle bald ein Abkommen unterzeichnet werden, sagte Wulff am Montag bei einem festlichen Abendessen zu seinen Ehren in Mexiko-Stadt.

„Der Kampf gegen die organisierte Kriminalität und den illegalen Rauschgifthandel ist ein vereinter Kampf, nicht zuletzt deshalb, weil die Nachfrage nach Drogen global ist“, erklärte Wulff weiter. Allerdings verlange das gemeinsame Werteverständnis auch, dass dabei die Menschenrechte beachtet würden, betonte Wulff.

In Mexiko tobt seit Jahren ein erbitterter und grausamer Kampf der Drogenkartelle, bei dem es um viele Milliarden Dollar geht. Vor allem im Norden des Landes gibt es ganze Gebiete, die von den kriminellen Organisationen kontrolliert werden.

Die dramatische Sicherheitslage gefährdet zunehmend deutsche Investitionen in dem Land. „Die Furcht vor der Kriminalität rückt näher und erreicht immer mehr Menschen auch in den Betrieben“, sagte Wirtschaftsstaatssekretär Hans-Joachim Otto der Nachrichtenagentur dpa in Mexiko-Stadt.

Früher seien die Folgen des Drogenkriegs vor allem im Norden des Landes zu spüren gewesen. Inzwischen berichteten deutsche Unternehmer, dass auch andere Landesteile von den Bandenkriegen betroffen seien. Experten vermuten, dass in Mexiko über 300.000 Menschen in das Drogengeschäft verwickelt sind und an ihm verdienen.

Seit Calderóns Amtsantritt 2006 sind annähernd 40.000 Menschen getötet worden, darunter Mitglieder der Kartelle, aber auch Polizisten, Anwälte, Richter, Soldaten, Bürgermeister, andere Politiker und Unbeteiligte.

Calderón hat inzwischen mehrere zehntausend Soldaten der Streitkräfte vor allem in den Norden des Landes in den Kampf gegen die Drogenkartelle geschickt. Den Sicherheitskräften wird zunehmend vorgeworfen, die Menschenrechte zu verletzen.

Mexiko setzt trotz der schwierigen Sicherheitslage im Land auf verstärkte deutsche Investitionen. „Wir Mexikaner bewundern die deutsche Nation“, schwärmte der Gastgeber. „Ihr Pflichtbewusstsein ist sprichwörtlich, ihre Disziplin und ihre Kultur des Sich-Anstrengens sind Qualitäten, die es den Völkern möglich machen, sich zu entwickeln und in allen Bereichen des menschlichen Daseins Vortreffliches zu erreichen.“

Am Dienstag wollte Wulff seinen Besuch in Mexiko mit der Visite eines Schaeffler-Werkes im Bundesstaat Guanajuato beenden. Der Betrieb des Autozulieferers aus Franken wurde 2008 eröffnet. Bei der Stadt Irapuato produziert Schaeffler mit 720 Angestellten Walzlager für den amerikanischen Markt. Das Werk hat sich besonders mit der Einführung des deutschen dualen Ausbildungssystems hervorgetan.

Am Nachmittag (Ortszeit) reist der Bundespräsident weiter nach Costa Rica, der zweiten Station seiner Lateinamerikareise. Sie führt ihn anschließend auch noch nach Brasilien.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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