Michael Sommer
DGB-Chef attackiert Merkels Krisenmanagement

DGB-Chef Michael Sommer geht hart mit der Kanzlerin ins Gericht. Bei der Kommunikation in der Euro-Krise habe die Bundesregierung versagt, die neuen Pläne von Merkel und Sarkozy nennt er Etikettenschwindel.
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BerlinDGB-Chef Michael Sommer hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) schwere Versäumnisse im Umgang mit der Euro-Schuldenkrise vorgeworfen und ein überzeugendes Bekenntnis der Bundesregierung zur europäischen Integration angemahnt. "Das ist eine Kommunikationsaufgabe", sagte der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes in einem Interview mit dem Handelsblatt (Montagausgabe). "Leider hat unsere Regierung hier bisher versagt."

Zwar nehme er Merkel ab, dass sie "ernsthaft um den Erhalt des Euro" kämpfe. "Aber sie soll es bitte mit offenem Visier tun." Sie müsse "einer skeptischen deutschen Öffentlichkeit verdeutlichen, dass es nicht nur um Solidarität mit Griechenland, Irland oder Spanien geht, sondern dass die Hilfe auch aus schlichtem deutschen Eigennutz erfolgt." Stattdessen nähere sich die Regierung "der Wahrheit nur scheibchenweise an".

Zugleich reichen die Beschlüsse des jüngsten deutsch-französischen Gipfeltreffens nach Ansicht des DGB-Chefs bei weitem nicht aus, um die Euro-Zone zu stabilisieren. "Wir brauchen dazu eine echte Wirtschaftsregierung, etwa legitimiert durch das EU-Parlament und keinen Etikettenschwindel wie er uns jetzt mit dem Merkel-Sarkozy-Plan präsentiert wird", mahnte Sommer. "Es geht hier nicht nur um Fiskalpolitik. Wir brauchen eine Harmonisierung der gesamten Volkswirtschaften."

Kein Verständnis zeigte der DGB-Vorsitzende indes für Überlegungen einer staatlich koordinierten Lohnpolitik. Er werde sich "immer dagegen wehren, unser System der Tarifautonomie durch lohnpolitische Vorgaben der EU zu untergraben". Dennoch sei es möglich, die wirtschaftliche Balance in Europa durch Festlegung "makroökonomischer Zielkorridore" zu stärken.

Sommer verwahrte sich gegen Vorwürfe, die Gewerkschaften hätten keinen Sinn für das Gebot der Haushaltsdisziplin. Das Problem sei vielmehr schon die Steuersenkungspolitik der vergangenen zehn Jahre: "Hätten wir heute noch das Steuerrecht des Jahres 2000, würde der Staat allein dadurch 50 Milliarden Euro jährlich mehr einnehmen und wir müssten nicht gegen Sozialkürzungen kämpfen."

Dietrich Creutzburg
Dietrich Creutzburg
Handelsblatt / Korrespondent
Daniel Goffart
Daniel Goffart
Handelsblatt / Ressortleiter

Kommentare zu " Michael Sommer: DGB-Chef attackiert Merkels Krisenmanagement"

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  • DGB-Chef Sommer hat keine Ahnung, dass mit seiner Forderung nach einer EURO-Wirtschaftsregierung selbstverständlich auch die nationale Lohnpolitik der Gewerkschaften obsolet ist. Denn die nationalen Lohnkosten müssen dann ebenso wie die Steuern und Sozialabgaben harmonisiert werden. Dann brauchen wir den DGB nicht mehr.Hat denn der DGB keine Volkswirte, die ihrem Vorsitzenden dies mal deutlich machnen können? Auch könnte der DGB volkswirtschaftliche Berater engagieren.

  • Und ausgerechnet Herr Sommer weiß was gut ist?
    Er hat ja auch so ein großes Fachwissen.
    Diese ganzen Nichtskönner sind mit Schuld an den Zuständen die wir haben
    Die Gewerkschaften sind längst Teil der ultralinken Politik geworden.
    Sie haben vergessen, dass sie eigentlich Anwälte der kleinen Leuten, der Arbeitnehmer sind.
    Wo waren denn Herr Sommer, als der Kapitalist Schröder hier alles gekürzt hat zum Wohle der Reichen?
    Wie wäre es denn, wenn Michael Sommer sich mal um die vielen Dumpinglöhne in unsrem Land kümmert, anstatt sich in die Politik einzumischen?
    Diese Schwätzer sollten doch endlich mal alle ihre Klappe halten

  • Adolf, das sind aber garstige Worte. Ein bisschen mehr Anstand würde dir gut stehen.
    Was du da in einem Satz alles zusammenwirft, ist ja schon unglaublich. Da bleibt am Schluss nur noch "Quatsch mit Soße" übrig.

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