Migranten in Deutschland
Arm, aber glücklich

Jeder fünfte Bewohner Deutschlands ist Migrant. Im Schnitt sind sie ärmer, ungebildeter und häufiger arbeitslos – aber zufriedener. Welche Schlüsse Migrationsforscher daraus für die Integration von Geflüchteten ziehen.
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BerlinFast 17 Millionen Menschen in Deutschland sind Migranten, also jeder fünfte. Sie verjüngen Deutschland deutlich, denn im Schnitt sind sie nur gut 35 Jahre alt – und damit zwölf Jahre jünger als Nicht-Migranten. Entsprechend höher ist also auch ihr Anteil in Schule und Ausbildung: In den Grundschulen stellen sie mehr als ein Drittel der Schüler. Das zeigt der jüngste Datenreport des Statistischen Bundesamtes und dreier Institute.

Im Schnitt sind Migranten geringer gebildet, seltener erwerbstätig, sie verdienen weniger und sind vermehrt von Armut bedroht. Bei der Schulbildung wurden zuletzt allerdings deutliche Fortschritte erzielt: Die jüngsten Pisa-Tests der 15-Jährigen fielen vor allem deshalb besser aus als früher, weil die Migranten kräftig aufgeholt haben.

Migranten sind per Definition solche, die – unabhängig von der Nationalität - entweder selbst im Ausland geboren sind oder zumindest ein Elternteil haben, das aus dem Ausland stammt. Mehr als die Hälfte von ihnen sind deutsche Staatsbürger, ein Drittel ist Deutschland geboren.

Der über 400 Seiten starke Bericht hat auch das Ziel, in der aktuellen Flüchtlingsdebatte Fakten zu liefern. So fordert er, leichtere Zugänge für Bildungsangebote zu schaffen. Denn je besser qualifiziert die Menschen sind, umso seltener sind sie erwerbslos. 2014 waren 65 Prozent der 15- bis 64-Jährigen mit Migrationshintergrund erwerbstätig – elf Prozent weniger als in der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund.

Jutta Allmendinger, Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB), forderte bei der Präsentation der Studie Konsequenzen aus der Erfahrung älterer Zuwanderer. Für die aktuelle Situation Geflüchteter müsse gelernt werden, „was wir anders und richtiger machen können“.

Heinrich Alt, Ex-Vorstand der Bundesanstalt für Arbeit, forderte eine Beschleunigung der bürokratischen Abläufe. „Wir müssen diese elend langen Asylverfahren verkürzen. Auf eine Zeit von maximal drei Monaten“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. „Ein bis zwei Jahre warten - das ist Elend pur. Das hält Menschen von Arbeit ab, erzeugt Frust, Schwarzarbeit und Kleinkriminalität.“.´

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  • (Anmerkung vorab: Gut dass Sie schreiben "im Schnitt". Trifft also nicht auf jeden zu, aber eben doch mehr auf Migranten als auf Nicht-Migranten.)

    Und jetzt weiter: Glücklichsein ist ja wohl so ziemlich das Wichtigste überhaupt.

    Würde es sich da nicht für uns alle sehr lohnen, herauszufinden zu versuchen, was genau dieses Gefühl der Zufriedenheit ausmacht?

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