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07.06.2006 
Zuwanderer entschärfen Nachwuchsproblem

Migranten retten Demographie

von Peter Thelen und Dorit Hess

Ohne die Zuwanderer würde die deutsche Wohnbevölkerung im Schnitt noch schneller altern, wie der gestern vom Statistischen Bundesamt vorgestellte Mikrozensus zeigt. Doch auch die Geburtenraten der Zuwanderer sinken.

BERLIN | DÜSSELDORF. Nun ist es amtlich: Deutschland ist ein Zuwanderungsland. 19 Prozent, fast ein Fünftel, der deutschen Wohnbevölkerung sind Ausländer oder haben einen Migrationshintergrund. Mit 15,3 Millionen ist die Zahl der zugewanderten deutschen Staatsbürger mehr als doppelt so hoch wie die Zahl der Bürger mit ausländischem Pass (7,3 Millionen), um die meist die Ausländerdebatten kreisen.

Ohne die Zuwanderer würde die deutsche Wohnbevölkerung im Schnitt noch schneller altern, wie der gestern vom Statistischen Bundesamt vorgestellte Mikrozensus zeigt. Denn, so der Leiter des Amtes, Johann Hahlen, die Bevölkerung schrumpft bislang ausschließlich bei Deutschen ohne Migrationshintergrund. Der Anteil der Einwanderer an der gesamten Wohnbevölkerung ist daher in den vergangenen Jahren gestiegen. Dies zeigt sich vor allem bei den jungen Menschen. Ein Viertel bis ein Drittel der in Deutschland lebenden unter 15-Jährigen sind Ausländer oder Migranten.

Diese positive Rolle der Zugewanderten für die deutsche Demographie wird aber nicht von Dauer sein. Denn insgesamt gleichen sich die Fertilitätsraten der in Deutschland lebenden Migranten der Geburtenunfreudigkeit der angestammten Bevölkerung an. Das sagte der Migrationsexperte des Hamburgischen Welt-Wirtschafts-Instituts (HWWI) Rainer Münz. Diesen Trend belegten Daten nicht nur für Deutschland, sondern auch für ganz Europa.

Überraschen müsse der Trend nicht. Schließlich hätten die Zuwanderer und ihre Nachkommen „dieselben Probleme wie deutsche Familien, beispielsweise die schwierige Vereinbarkeit von Beruf und Familie“. Für die Migranten kommt ein weiteres Problem hinzu: Ihre Kinder gehören überproportional zu den schlecht Qualifizierten, deren Arbeitsmarktchancen besonders gering seien.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Immer weniger traditionelle Ehepaare mit Kindern

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