Migration aus Osteuropa „Wer weg wollte, ist schon weg“

Rund 66.000 Rumänen arbeiten in Deutschland. Cristina Iulia Popescu (27) ist eine von ihnen. Die Angst, die vor einer Migrationswelle geschürt wird, ärgert sie – schließlich hängt Deutschlands Zukunft an Leuten wie ihr.
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Cristina Iulia Popescu lebt seit 2010 in Deutschland. Quelle: Cristina Iulia Popescu

Cristina Iulia Popescu lebt seit 2010 in Deutschland.

(Foto: Cristina Iulia Popescu)

DüsseldorfWenn Cristina Iulia Popescu über die Zuwanderungsdebatte spricht, sagt sie das Wort „übertrieben“ ziemlich häufig. Übertrieben findet sie das Angstgefühl, es seien nur verarmte Einwanderer zu erwarten, die vom deutschen Sozialsystem profitieren wollen. Und für übertrieben hält sie auch die Bedeutung des 1. Januar 2014 – dann gilt die uneingeschränkte Arbeitnehmer-Freizügigkeit auch für Rumänen und Bulgaren: „Ich glaube nicht, dass Menschen auf gepackten Koffern sitzen, um dann endlich nach Deutschland zu kommen“, sagt sie. Popescu stammt aus Bukarest in Rumänin, seit 2010 ist die 27-Jährige in Deutschland. Gekommen ist sie, um an der Freien Universität in Berlin ihren Master zu machen. „Wer weg wollte, ist schon weg“, sagt sie über ihre Landsleute.

Für Popescu war Deutschland der Ort, an dem sie ihre beruflichen Ziele erreichen konnte. Nach einem Master-Abschluss in Europa-Studien und Human Ressources in Rumänien arbeitete sie als Beraterin in einem IT-Konzern. Aber sie wollte gerne in den Bildungsbereich, mehr mit Politik zu tun haben. Die Möglichkeit sah sie in Rumänien nicht und bewarb sich für einen Master in Berlin. Heute ist sie eine von 66.000 rumänischen Staatsbürgern, die in Deutschland arbeiten.

80 Prozent der Zuwanderer aus Rumänien und Bulgarien gehen einer Arbeit nach, berichtet das RWI. 20 Prozent davon seien sogar hochqualifiziert – so wie Cristina Iulia Popescu und einige ihrer Freunde. „Viele sind zum Beispiel Ärzte“, erzählt sie. „Die wurden von Agenturen vermittelt und arbeiten jetzt oft in Kleinstadtkrankenhäusern.“ Für die Rumänen sei das eine erhebliche Verbesserung und in den betreffenden Städten seien Ärzte gesucht.

Auch in anderen Bereichen gibt es nach wie vor offene Stellen. „Deutschland braucht Fachkräfte“, sagt Beate Raabe von der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung der Agentur für Arbeit. „Deswegen sind qualifizierte Arbeiter herzlich willkommen.“ Erst kürzlich habe Bulgarien signalisiert, dass es gerne junge, ausgebildete Menschen dabei unterstützen werde, nach Deutschland zu kommen.

„Bedarf gibt es genug“, sagt auch Andreas Röhm, der mit seiner Beratungsagentur Personal aus Osteuropa nach Deutschland vermittelt. Dennoch glaubt er ebenfalls nicht, eine Einwanderungswelle bevorsteht – weder von Arbeitswilligen noch von Arbeitsunwilligen. „Erstens haben einige Deutsche Arbeitgeber Rumänien und Bulgarien gegenüber gewisse Ressentiments“, sagt er. Die müssen sukzessive abgebaut werden. Das größere Problem aber seien die Deutschkenntnisse. „Da müsste Deutschland viel mehr Angebote schaffen“, sagt er. Bisher werde vor allem Englischkurse angeboten. „Deutschland verhält sich da, als ob es die Fachkräfte nicht nötig hätte.“

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17 Kommentare zu "Migration aus Osteuropa: „Wer weg wollte, ist schon weg“"

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  • Herrlich, wie plötzlich bei dem Artikel "Der Staat patzt bei der Integration" sämtliche Kommentare verschwunden sind und bei dem Artikel "Deutschlands ungehobener Schatz (Zuwanderer)" Kommentare gar nicht erst zugelassen sind.
    Lass uns Demokratie machen, solange Du meiner Meinung bist.
    Ich bin keineswegs gegen Zuwanderer, aber gegen die rigide Art der qualitätsfreien Medien, wie hier mit dem Thema umgegangen wird.

  • Deutschlands Zukunft hängt von rumänischen Einwanderern ab ?? Gott, welch dümmliche These...

    Dass die Arbeitgebelobby, zusammen mit Rösler und Handelsblatt, hier mit den Migranten-Lobbyverbänden wie Türkischer Gemeinde (Kenan Kolat) zusammenmauschelt, ist doch klar.

    Billige Arbeitskräfte für die Industrie und Hartz4 für den Rest und die nette Verwandtschaft auf Kosten des Steuerzahlers.

    Wo das hinführt, sieht man gerade in Schweden....

  • Schön, dass ausgerechnet Sie so gut Deutsch können.

  • Nun, wenn es keine Einwanderung in die Sozialsysteme gibt, dann haben die Herkunftsländer ja bestimmt kein Problem damit, dass Deutschland etwaige Sozialleistungen den jeweiligen Herkunftstaaten in Rechnung stellt - zzgl. 15% Verwaltungsaufwand. Nur so bekommen die Herkunftsländer einen Anreiz, ihren Bürgern vor Ort zu helfen.

  • "Kein Land in Europa duldet so viele Wirtschaftsflüchtlinge (absolute Zahlen) als unser Land. Wir haben mindestens 7,7 Millionen Gastarbeiter/Wirtschaftsflüchtlinge bei über 8 Millionen Arbeitslosen. Der „Bedarf“ ist also verschwindend gering."

    Richtig. Der Bedarf ist WISSENSCHAFTLICH ERWIESEN nicht vorhanden.
    http://www.spiegel.de/karriere/berufsstart/fachkraeftemangel-wer-hat-angst-vor-der-killerstatistik-a-791288.html


    Dies gilt freilich nicht für die Großkapitalisten und Wirtschaftseliten, die Zuwanderung und die Lüge vom Fachkräftemangel propagieren, um L o h n d u m p i n g und den Abbau Arbeiterrechten durchsetzen zu können.

    Die heute Linke, die diese Zuwanderung eigentlich entschieden bekämpfen müsste, hat diesem Bestrebungen der Wirtschaftslobbys und Kapotalisten kaum entwas entgegenzusetzen. Im Gegenteil, mit ihren Lieblingsprojekten Multikulti und "No Nation, no border" arbeiten sie ihnen sogar noch entgegen.

  • Niemand fürchtet sich vor richtigen Rümanen.

    Rümanen verursachen keine von “Kot, Urin und Müll” -Häuser, "Ratten-Häuser", "Ekelhäuser", und Verelendung. Sie fallen ihrer Umwelt auch nicht mit einem solchen Umfang an Kriminalität zu Last, dass selbst die nicht gerade für allzu große Rechts- und Ordnungsliebe bekannten Türken und Muslime gegen ihre Präsenz auf die Barrikaden gehen.

    http://ernstfall.org/2013/02/03/roma-zustrom-sozialer-friede-in-hochstem-mase-gefahrdet/

    Hier geht es um eine ganz bestimmte, in Rumnänien lebende kulturelle und ethnische Minderheit, deren Zuwanderung soviel Leid bringt.

  • Und warum ist die gute Frau nicht in Ihrer Heimat und baut Sie auf? So sieht also auch dort schon die verachtung aus. Nichts mehr für die Mitbürger tun, nur noch ausplündern und andere in die Armut treiben durch Billig/Schwarzarbeit der Osteuropäer. Wieso steigt immer mehr die Kriminalitätsrate?

  • Aber sie weisen doch eine Arbeit nach! Sie erscheinen bei den deutschen Behörden mit einem Plastikeimerchen und einem Handwischer zur Säuberung von Windschutzscheiben. Sie sind de facto selbständig, wenn sie eine Ampelkreuzung benennen können, wo sie während der Rotphasen den Fahrzeugen die Windschutzscheiben reinigen können. Sollte mir je mal einer von denen meinen Wagen anfassen, ...... dann steige ich aus!

  • „Wer weg wollte, ist schon weg“
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    Ja, wenn das so ist, können wir ja ganz beruhigt sein!
    Diesen Artikel sollte man - wenn es so weit ist - dem Schreiberling vorhalten und ihn danach befragen, wie er dazu kommt, im Handelsblatt solche Halbwahrheiten und Lügen zu verbreiten!

  • ...schaut einfach mal die Kriminalitätsrate der Länder an.
    Personen aus dem Ostblock insbesondere Rumänen für die
    Liste an. Diese brauchen wir nicht.

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