Migration
Nur wenige Einwanderer lassen sich einbürgern

Deutschland ist nach den USA das beliebteste Einwanderungsland. Bei den Einbürgerungen von Ausländern gehört es aber zu den Schlusslichtern. Fachleute fordern eine weitere Reform des Staatsangehörigkeitsrechts.
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WiesbadenDer deutsche Pass ist nur für wenige Ausländer in der Bundesrepublik attraktiv: Rund 4,9 Millionen Einwanderer hätten sich 2013 einbürgern lassen können - doch nur 112 350 haben es gemacht. Dieser Wert von 2,3 Prozent ist seit zehn Jahren etwa gleich, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte.

Die Zahl der Einbürgerungen im Einwanderungsland Deutschland lag 2013 insgesamt auf dem Niveau des Vorjahres und um rund 1000 unter dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Damit gehört die Bundesrepublik nach Einschätzung des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) international zu den Schlusslichtern. Die SVR-Vorsitzende Christine Langenfeld fordert daher eine weitere Reform des Staatsangehörigkeitsrechts.

Die Einbürgerungen aus den EU-Staaten stiegen 2013 im Vergleich zum Vorjahr um 15,3 Prozent auf rund 23 600. Damit liegen die EU-Ausländer insgesamt aber hinter den Türken, die die Liste der Nationalitäten anführen. Fast 28 000 Türken nahmen die deutsche Staatsbürgerschaft an - das waren allerdings deutlich weniger (minus 15,9) Prozent als 2012.

Auf Platz zwei und drei der am häufigsten eingebürgerten Staatsangehörigkeiten rangieren erneut Polen (5500) und die Ukraine (4500). Das Plus gegenüber dem Vorjahr lag bei diesen beiden Nationalitäten sowie bei den Italienern bei mehr als 20 Prozent. Besonders beliebt ist der deutsche Pass vor allem bei Kamerunern (25,0 Prozent bei rund 1000 Einbürgerungen), Nigerianern (12,4 Prozent bei fast 900) und Afghanen (11,1 Prozent bei knapp 3100).

Bei den Einbürgerungen gibt es große Unterschiede zwischen den Bundesländern. In Hamburg bekamen 7333 Ausländer einen deutschen Pass, 27,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Das waren 4,6 Prozent der Ausländer, die die Voraussetzungen erfüllten, der höchste Wert aller Bundesländer. Dies sei eine Folge der Einbürgerungskampagne im Stadtstaat und zeige, dass die Politik die Einbürgerung signifikant steigern könne, sagte Langenfeld vom SVR.

In Hessen lag die Zahl der einbürgerten Ausländer mit 13 540 um 7,1 Prozent unter der des Vorjahres. In Nordrhein-Westfalen gab es einen Rückgang um 2,2 Prozent auf 29 629. Die Zahl der Eingebürgerten mit einem Wohnsitz im Ausland nahm um 33,1 Prozent auf 3208 zu.

Deutschland

Anzahl der Ausländer in Deutschland nach Herkunftsland

Stand: 31. Dezember 2012


Für viele Ausländer sei die Pflicht, die Staatsangehörigkeit ihres Herkunftslandes abgeben zu müssen, der Grund, sich nicht einbürgern zu lassen, sagte Langenfeld. Der SVR plädiere für eine doppelte Staatsbürgerschaft mit Generationenschnitt, bei der eine Anhäufung und Vererbung von Staatsangehörigkeiten vermieden werde.

Die Zuwanderung vor allem aus den neuen EU-Ländern im Osten und aus den von der Finanzkrise besonders getroffenen Ländern in Südeuropa hat Deutschland 2013 im dritten Jahr in Folge ein Bevölkerungsplus beschert. Die Netto-Zuwanderung (abzüglich der Abwanderung) in den drei Jahren betrug insgesamt laut Bundesamt 1,085 Millionen. Knapp 80,8 Millionen Menschen lebten Ende 2013 in Deutschland.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Frage: Welche bahnbrechende Erfindung, die der Zivilisation Nutzen und Fortschritt gebracht hat, entstammt dem islamischen Kulturkreis??? Mir fällt nichts ein. Außer vielleicht die Schmiedekunst bei der Schwerterherstellung, deren Benutzung man regelmäßig im Irak, AFG, SYR, Afrika usw. beobachten kann! gegen Nicht-Sektenmitglieder. Und so geht es ALLEN, denen man diese Frage stellt. Der Islam ist keine Religion, weil er keinen Religionsstifter hat. Wie Jesus oder Buddha...Mohammeds Koranregeln sind nur Regeln. Für eine inhumane, gleichberechtigungslose Sektengesellschaft. Mohammed stand auf 9jährige "Bräute"! Heute nennt man so was "Kinderf...r"! Da stellen sich die Ahmeds hin und verlangen von mir in MEINEM Land Respekt? Für das Un-Benehmen großer Teile der männlichen Musels hierzulande? Siehe Kriminalitätsstatistik.
    Bautzens BUNTE DEPPEN feiern am Sa. mal wieder: Den Einzug der ersten 35 männlichen, ledigen Araber und Nordafrikaner in ein umgebautes 4*Hotel im Naherholungsgebiet!!! Am Bautzener Stausee. Ich freu mich schon auf die abzusehenden Folgen der "kulturellen Besonderheiten" dieser Leute: Wenn das erste junge Mädchen vergewaltigt oder tot im Gebüsch liegen wird! Taschendiebstahl und die Drogenkriminalität sind da Kinderkram. Ich hoffe, die rastabelockten und schwarzvermummten Gutmenschen feiern dann auch noch so fröhlich! Warum muß ich bei der heutigen rot+grünen(=braun) bzw. braunen Jugend nur immerzu an die Indoktrinierung der Jugend vor 1945 durch die Nazis denken.....
    Und die Bautzner Bürger? Der Stausee ist ja soooo weit weg, nicht war? Jaa, jetzt ist erstmal Urlaub, davor war WM. Geschickt gewählt der Zeitpunkt vom Landrat.
    Es wird krachen hier im Lande und das ganz gewaltig! Wenn sehr bald die sozialen Sicherungssysteme wegbrechen in einer fundamentalen Finanzkrise. DANN wird so mancher heutige Lokalpolitiker und Gutmensch vom Bürger FRAGEN gestellt bekommen. Möge er nach seiner Antwort gesund bleiben!!!

  • Es sind die Türken, die Deutsche verachten. Schon einmal etwas vom Heiratsverbot mit Deutschen gehört? Oder Religion: Islam = Tötet Andersgläubige? Ehrenmorde? Dies ist aus Ihrer Sicht wohl eine Kulturbereicherung. Leider stimmen unserer Politiker Ihnen zu!

  • Warum sollen sich die Einwanderer einbürgern, wenn Sie mitbekommen, das die eigene Bevölkerung von den Politikern, verachtet, diskriminiert wird? Außerdem kann man ja mehere Pässe haben. Dadurch hat man im Zweifelsfall immer den Rückhalt des deutschen Sozialsystem, auch wenn man es verachtet. Lt. EUGericht soll man sogar nicht deutsch sprechen in Deutschland! Steuern auf den Cayman-Inseln (=Null) zahlen und später die Soziallleistungen von den Deutschen per Gericht erhalten

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