Migrationsbericht
Deutschland hat im europäischen Vergleich wenig Zuwanderer

Gemessen an der Gesamtbevölkerung ist die Zahl der Migranten in Deutschland gering – verglichen mit Ländern wie der Schweiz, Österreich oder Schweden. Generell steigt die Zuwanderung Hochqualifizierter in die EU.
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BerlinIm europaweiten Vergleich fällt die Zuwanderung nach Deutschland überraschend gering aus - zumindest gemessen an der Gesamtbevölkerung. Pro Tausend Einwohner kamen im Jahr 2011 sechs Zuwanderer. Damit lag Deutschland in Europa im unteren Mittelfeld. Das geht aus dem „Migrationsbericht 2012“ vor, der an diesem Mittwoch im Kabinett behandelt wird und dem Handelsblatt vorliegt. Basis sind die aktuell verfügbaren Zahlen der europäischen Statistikbehörde Eurostat.

Mehrere europäische Länder haben weit höhere Zuwanderungsraten als Deutschland: In der Schweiz wanderten pro 1.000 Bürger 19 Menschen zu, in Norwegen gut 14. Auch Belgien, Österreich, Irland und Schweden registrierten mehr als 10 Zuwanderer pro 1.000 Einwohner.

Seit 2011 ist die Zuwanderung nach Deutschland zwar noch mal um ein Drittel gestiegen. Doch auch das dürfte Deutschland im Europa-Ranking nicht nach oben katapultieren. Vergleichsdaten gibt es aber noch nicht.

Erfreulich entwickelt sich der kleine Bereich der qualifizierten Zuwanderer aus Ländern außerhalb der EU. Nach dem Migrationsbericht sind im Jahr 2012 mehr als 27.000 qualifizierte und hochqualifizierte Arbeitnehmer aus den sogenannten Drittstaaten zugewandert. Im Jahr 2009 waren es erst 16.000. Um für diese Klientel noch deutlich attraktiver zu werden, hatten Migrationsexperten und die Wirtschaft jüngst erneut ein systematisches Zuwanderungsrecht von der neuen Bundesregierung gefordert. Ein solches ist jedoch bisher nicht geplant.

Barbara Gillmann ist Korrespondentin in Berlin.
Barbara Gillmann
Handelsblatt / Korrespondentin

Kommentare zu " Migrationsbericht: Deutschland hat im europäischen Vergleich wenig Zuwanderer"

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  • Ist mir unverständlich wie permanent der Zuzug von bestausgebildeten Fachkräften aus wirtschaftlich schwächeren Regionen als segenswert für alle suggeriert wird.
    Ich sehe es so, der Export Vizeweltmeister in seiner grenzenlosen Gier raubt den schwächeren Herkunftsländern die auf ihre Kosten bestens ausgebildete Fachkräfte. Letztendlich ein inhumaner Akt von Bildungsraub der die Herkunftsländer der Fachkräfte immer mehr ins abseits abdriften lässt. Für Gutmenschen eine ehrenwerte Aufgabe, marktwirtschaftliche Wege aufzuzeigen, die einen gerechten Ausgleich der Arbeitsverteilung in Europa und auf der gesamten Welt ohne große Wanderbewegungen ermöglicht.

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