Milch-Preise
Darum geht's beim Milchgipfel

Was für Verbraucher verlockend ist, ist für viele Landwirte bedrohlich: Die Milchpreise sind im Keller – eine baldige Wende ist nicht in Sicht. Sogar Kanzlerin Merkel hat sich eingeschaltet. Was jetzt wichtig wird.

BerlinEine Packung Vollmilch für 46 Cent, ein Päckchen Butter für 70 Cent – und das noch nicht mal beim Discounter. In den Kühlregalen der Supermärkte werden Schnäppchenjäger gerade locker fündig. Tausenden Milchbauern in Deutschland gehen die Billigpreise aber mittlerweile an die Existenz. Viele bekommen nicht einmal mehr ihre Kosten herein, und das schon seit Monaten. Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) lädt deshalb am Montag zum „Milchgipfel“, um Soforthilfen zu aktivieren. Die Spannungen in der Kette von den Höfen über Molkereien und Handel bis zu den Kunden gehen aber tiefer.

Wie dramatisch ist die Lage der Milchbauern?

„Es geht in diesen Tagen ums Ganze“, heißt es beim Bauernverband. Ungefähr 23, 24 Cent bekommen Milcherzeuger im Schnitt aktuell noch für den Liter, in manchen Regionen sind es sogar weniger als 20 Cent. Dabei müssten es mindestens 30 oder 35 Cent sein, um kein Geld zu verbrennen.

Ohne ausreichende Reserven oder nach teuren Investitionen gehen da manchen Betrieben die flüssigen Mittel aus. Das Höfesterben könnte sich noch weiter beschleunigen. Dabei halbierte sich die Zahl der Milchbetriebe seit dem Jahr 2000 schon auf gut 73.000.

Wo liegen Ursachen der Krise?

Schwankungen der Milchpreise sind nicht neu. Schon 2009 sackten sie teils unter 22 Cent, schwangen sich 2013 aber zeitweise wieder auf mehr als 40 Cent empor. Seitdem geht es abwärts. Gerade dämpft die schwächere Nachfrage in China und erdölexportierenden Ländern die Geschäfte. Weil Russland wegen der Konfrontation in der Ukraine-Krise Importe abblockt, bleibt mehr Milch in der EU und verwässert die Preise. In den USA und Neuseeland legte die Erzeugung zu – genau wie in einigen EU-Ländern nach dem Aus der limitierenden Milchquote 2015. Dazu kommt der Reflex, dass Bauern mehr produzieren, um die gewohnten Einnahmen zu erhalten. Das verschärft wieder den Preisdruck für alle.

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Es ist zu viel Milch auf dem Markt

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