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11.06.2008  | Aktualisiert 24.06.2008, 15:14 Uhr 
Preise

Milchbauern tadeln Molkereien und Handel

Die Milchbauern drohen Molkereien und Einzelhandel mit einer neuen Protestwelle, sollten diese das zusätzliche Geld für Milch nicht an die Bauern weiterleiten. Der Milch-Industrie-Verband forderte unterdessen neue EU-Subventionen für die Landwirte.

"Eine Faire Milch" fordern die Bauern noch immer. Foto: apLupe

"Eine Faire Milch" fordern die Bauern noch immer. Foto: ap

HB BERLIN. Die Lebensmittelketten müssten wie zugesagt mehr Geld an die Molkereien zahlen, forderte die Sprecherin des Bundesverbands der deutschen Milchviehhalter (BDM), Jutta Weiß, am Mittwoch in Berlin. „Das muss mehr als nur eine kurzfristige Geschichte sein“.

Am Dienstag hatte Branchenprimus Aldi angekündigt, den Liter Milch drei Cent billiger als Hauptkonkurrent Lidl zu verkaufen. Prompt zogen auch Edeka und Rewe nach und senkten die erst am Montag auf zehn Cent erhöhten Preise wieder um drei Cent ab.

In der vergangenen Woche hatte der Verband mit einem Lieferboykott und bundesweiten Kundgebungen deutliche Zugeständnisse der Discounter an die Landwirte erzwungen.

Enttäuscht zeigte sich der Milchbauern-Verband von den Molkereien. Diese müssten das zusätzliche Geld an die Landwirte weitergeben, sagte Weiß. Sie warf den Molkereien zudem vor, die Bereitschaft des Einzelhandels aber auch die aus der Bevölkerung kommende Zustimmung in den Verhandlungen nicht offensiv genug zu nutzen.

Anstatt mit dem Einzelhandel bessere Verträge im Sinne der Erzeuger durchzusetzen, sprächen sie nur darüber, was nicht zu machen sei. Zudem müsse außer auf Frischmilch der Preis für sämtliche Milchprodukte erhöht werden.

Der BDM-Vorsitzende Romuald Schaber hatte bereits mit einem neuen Lieferboykott gedroht, wenn der Preis weiter fallen sollte. Dies könne bereits in den nächsten Tagen sein.

Die Milchbauern hatten durchgesetzt, dass sich die Lebensmittelketten zu einer Erhöhung um zehn Cent pro Liter bereiterklärten. Der beim Milchpreis tonangebende Discounter Aldi verlangt seinen Kunden allerdings nur sieben Cent mehr ab als in der vergangenen Woche. Aldi will an die Molkereien aber dennoch zehn Cent zahlen.

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