Laut "Spiegel" würden die Bauern von dieser Erhöhung zudem kaum etwas spüren, da die Molkereien nur gut 13 Prozent der Milch zu Trinkmilch verarbeiteten. "Bei der Menge, die wir an Lidl liefern, kommt etwa 0,3 Cent Mehrerlös dabei heraus", zitierte das Magazin den Nordmilch-Vorstand Martin Mischel. Die Lidl-Ankündigung habe auch etwas von einer "PR-Aktion" gehabt, sagte Mischel.
Die Milchbauern erneuerten unterdessen ihre Forderung, dass die von den Handelsketten zugesagten höheren Preise für Milch und Butter zu ihnen durchgereicht werden. Anderenfalls seien die Milchviehhalter wieder zu Kampfaktionen bereit, sagte der BDM-Geschäftsführer Thorsten Josef Sehm der "Berliner Zeitung" (Samstagsausgabe): "Wir haben den Molkereien gezeigt, was wir können und dass wir kampfbreit sind. Nach dem Lieferstopp könnte vor dem Lieferstopp sein."
Der CDU-Europapolitiker Gunther Krichbaum forderte derweil ein Fairness-Siegel für Milchprodukte. "Am Milchregal können die Verbraucher kaum erkennen, woher die Milch stammt und welchen Preis die Bauern erhalten", schrieb der Vorsitzende des Bundestags-Europaausschusses in einem Gastbeitrag für die "Bild am Sonntag". "Mit dem Siegel sollten Waren ausgezeichnet werden, für die die Bauern von den Handelsketten einen Aufpreis erhalten haben." Österreich habe dies schon vor zwei Jahren vorgemacht. "Mit der Kennzeichnung 'A faire Milch' wurde dafür gesorgt, dass die Verbraucher die Bauern direkt unterstützen können."


