Militärbündnis
Nato streitet über deutsche Pläne für stärkere Aufgabenteilung

Deutsche Pläne für eine stärkere Aufgabenteilung in dem Militärbündnis lösen Bedenken bei der Nato aus. Die Spezialisierung einzelner Staaten auf bestimme militärische Fähigkeiten könnte gefährlich werden.
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BrüsselDie Nato streitet über deutsche Pläne für eine stärkere Aufgabenteilung in dem Militärbündnis. Während sich Großbritannien am Dienstag eindeutig hinter die deutsche Initiative stellte, kamen aus anderen Ländern Bedenken. Die beabsichtigte Spezialisierung einzelner Staaten auf bestimmte militärische Fähigkeiten könnte gefährliche Konsequenzen haben, hieß es am Rande des Nato-Verteidigungsministertreffens in Diplomatenkreisen in Brüssel. So stelle sich die Frage, wie der Zugang anderer Staaten zu diesen militärischen Mitteln geregelt werden solle.

Als Fähigkeiten werden beim Militär unterschiedlichste Aufgabenbereiche wie Logistik, Aufklärung, Kampftruppen oder die Bereitstellung medizinischer Hilfe im Einsatz bezeichnet. Die deutsche Initiative mit dem Namen „Framework Nations Concept“ hat zum Ziel, dass sich unter der Führung eines größeren Nato-Staates mehrere Länder zusammentun, um gemeinsam bestimmte dieser Fähigkeiten bereitzustellen oder in Abstimmung mit der Rüstungsindustrie zu entwickeln. So sollen auch die Lasten zwischen den USA, die mit ihrer gewaltigen Militärmaschinerie bisher den Großteil der Einsätze stemmen, und den übrigen Nato-Staaten fairer verteilt werden.

Großbritannien lobte den deutschen Vorstoß. Damit ließen sich möglicherweise einige Verzögerungen umgehen, die es in der Nato in der Vergangenheit immer wieder gegeben habe, sagte der britische Verteidigungsminister Philip Hammond in Brüssel. Auch Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen begrüßte den Vorschlag, den Bundesverteidigungsminister Thomas de Maiziere ihm bereits im Juni unterbreitet habe, grundsätzlich. Es gehe um eine engere Zusammenarbeit in der Allianz, auch wenn dazu noch einige Fragen geklärt werden müssten, sagte er. Er rechne damit, dass die Verteidigungsminister in Brüssel beschließen würden, in den kommenden Monaten weiter über den Vorschlag zu beraten.

Das deutsche Konzept lehnt sich an Erfahrungen aus dem Afghanistan-Einsatz an, wo jeweils eine Führungsnation die Verantwortung für eine ganze Region übernahm und dabei von etlichen kleineren Ländern unterstützt wurde. Allein könnten kleine Staaten derartige Einsätze nicht tragen, da ihre Armeen nicht in ausreichend viele unterschiedlichen Waffengattungen oder logistischen Bereichen dazu ausgestattet sind. Deutschland beispielsweise ist in Afghanistan Führungsnation für den Norden und stellt außerdem Transall-Flugzeuge für den Lufttransport aller Nato-Truppen zur Verfügung.

Die Nato bemüht sich bereits seit Jahren, Fähigkeiten zu bündeln und damit in Zeiten klammer Kassen und schrumpfender Wehretats Geld zu sparen. Das Projekt mit dem Namen „Smart Defence“ (Intelligente Verteidigung) kommt bisher allerdings nur stockend voran, da nationale Eitelkeiten und die Rücksicht auf die heimische Rüstungsindustrie eine engere Zusammenarbeit in vielen Bereichen verhindern.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Aha, die Deutschen sollen der amerikanischen Besatzungsmacht mehr zur Hand gehen und mehr für die amerikanische Drohnenforschung ausgeben.

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