Militärkooperation
Deutsch-Französische Brigade soll enger zusammenarbeiten

Die deutsch-französische Brigade gilt seit 25 Jahren als Zeichen der Freundschaft beider Länder. Nun soll die militärische Zusammenarbeit noch enger werden. Ein wichtiger Einsatz könnte schon bald anstehen.
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Paris/BerlinDeutschland und Frankreich wollen ihre militärische Zusammenarbeit weiter ausbauen. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen und ihr französischer Amtskollege Jean-Yves Le Drian verständigten sich am Montagabend bei einem Treffen in Paris darauf, die deutsch-französische Brigade weiterzuentwickeln. „Sie ist auch Ausdruck der deutsch-französischen Freundschaft“, sagte von der Leyen (CDU) nach dem Gespräch. „Ich habe mich über das klare Bekenntnis Frankreichs zu unserer deutsch-französischen Brigade gefreut.“

Im Gespräch ist ein Einsatz der deutsch-französischen Brigade im westafrikanischen Mali. Dort bildet die EU seit einem Jahr Soldaten der malischen Armee aus, die im Norden des Landes gegen islamistische Aufständische kämpft.

Die deutsch-französische Brigade, die in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen feiert, gilt als eines der wenigen gelungenen Beispiele gemeinsamer europäischer Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Mehrfach waren Teile die Brigade, der rund 5000 Soldaten angehören, bereits auf dem Balkan im Einsatz.

Im Dezember bekam das Vorzeigeprojekt einen Dämpfer, als die französische Regierung ankündigte, 1000 Soldaten und Zivilangestellte vom Brigade-Standort im baden-württembergischen Donaueschingen abzuziehen und damit den letzten rein französischen Verband in Deutschland aufzulösen.

Der Einsatz der Truppe in Mali könnte Frankreich beim Kriseneinsatz in der Zentralafrikanischen Republik entlasten. Dort versucht Frankreich zusammen mit afrikanischen Truppen, die grausamen Kämpfe zwischen muslimischen Seleka-Kämpfern und christlichen Bürgerwehren zu beenden. Die EU hat am Montag eine Unterstützungsmission beschlossen, an der sich Deutschland mit Transport- und Sanitätsflugzeugen beteiligen will.

Bei dem Gespräch zwischen von der Leyen und Le Drian ging es auch darum, wie man grundsätzlich mehr Stabilität in die gesamte Region bringen kann. „Wir haben ausführlich besprochen, wie Europa der Afrikanischen Union helfen kann, wieder Sicherheit und Stabilität in die Krisenregionen der Mitte Afrikas zu bringen“, sagte von der Leyen. Ihr Besuch in Paris war ihr zweiter Antrittsbesuch als Verteidigungsministerin nach London in der vergangenen Woche.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Wenn die europäische "Zusammenarbeit" wieder einmal "ausgebaut" oder "weiter entwickelt" wird, dann wird es, so zeigen unzählige Beispiele aus der Vergangenheit von denen der Euro nur das abschreckendste Beispiel ist, extrem teuer für den deutschen Steuerzahler.

    Wenn die deutsch-französische "Zusammenarbeit" wieder einmal "ausgebaut" oder "weiter entwickelt" wird, dann ist nochmals verschärfte Wachsamkeit angesagt, denn dann wird es ganz besonders teuer für den deutschen Steuerzahler.

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