Milliarden-Projekt
Bahn-Gegner wittern Getrickse bei Stresstest

Mitte Juli werden die Stresstest-Ergebnisse zum geplanten Stuttgarter Tiefbahnhof vorgestellt. Schon jetzt zeichnet sich ab: Größere Änderungen sind wohl nicht erforderlich. Projektgegner bezweifeln das allerdings.
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Berlin/StuttgartDas umstrittene Bahnhofs-Neubauprojekt „Stuttgart 21“ hat den von der Schlichtung geforderten Stresstest der Deutschen Bahn bestanden. Das erfuhr die Nachrichtenagentur dapd am Sonntag aus dem Umfeld der Deutschen Bahn AG. Von der Bahn gab es zunächst keine offizielle Bestätigung.

Die grün-rote Landesregierung reagierte verärgert auf das vorzeitige Bekanntwerden der Ergebnisse des Stresstests, die am 14. Juli der Öffentlichkeit präsentiert werden sollen. Regierungssprecher Rudi Hoogvliet wertete dies als „einseitige Äußerung der Bahn“, mit der versucht werde, Einfluss auf die Öffentlichkeit zu nehmen. „Stuttgart 21“-Gegner meldeten massive Zweifel an den Ergebnissen an. Es stelle sich die Frage, „ob die Bahn nicht massiv trickst“, sagte der Sprecher der „Parkschützer“, Matthias von Herrmann.

Aus dem Umfeld der Bahn verlautete, die Simulation habe ergeben, dass der geplante unterirdische Bahnhof auch ohne kostspielige Erweiterungen in der Spitzenzeit 30 Prozent mehr leisten könne als der jetzige Kopfbahnhof. So sei der von Schlichter Heiner Geißler angeregte Ausbau des Bahnhofs um zwei Gleise nicht nötig. Nur der Flughafenanschluss müsse zweigleisig werden. Überdies solle der Bahnknoten neben der neuen Signaltechnik ETCS auch weiter die konventionelle Technik vorhalten. Beides zusammen kommt laut Bahn AG auf zusätzlich 40 Millionen Euro. Für das Gesamtprojekt werden offiziell 4,1 Milliarden Euro veranschlagt. Die Simulation muss noch von einem unabhängigen Gutachter geprüft werden.

Unter Hinweis auf die noch ausstehende Überprüfung durch die Schweizer Firma SMA lehnte ein Sprecher der Deutschen Bahn eine förmliche Bestätigung ab. Er sagte jedoch, die Bahn habe sich stets zuversichtlich geäußert, dass das neue Bahnhofskonzept die Bedingungen erfülle.

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  • Desweiteren kommt hier hinzu, das die 16 Gleise nur über 5 Gleise bedient werden. Es können also maximal 5 Züge gleichzeitig den Bahnhof befahren, bzw. wieder verlassen. Diese 5 Zufahrtsgleise bilden in Stuttgart ein Nadelöhr, was letztendlich für die Leistung des Kopfbahnhofes begrenzt. Um die Leistungsfähigkeit des Kopfbahnhofes zu vergrößern, wären neue Zu- und Abfahrtsgleise notwendig, die müssten oberirdisch durch die Stadt Stuttgart gelegt werden. Ich behaupte einfach mal, das dies auf genauso großen widerstand stoßen würde.

  • Schon die Berechnungsgrundlage des Stresstests ist eine hinterhältige Täuschung der Öffentlichkeit. In den 70er
    Jahren wurden in der Spitzenstunde der Verkehrslast vom gegenwärtigen Kopfbahnhof Stuttgarts 70 Züge gefahren.
    Jetzt angebliche 49 Züge pro Stunde als 30 Prozent Mehrleistung verkaufen zu wollen, ist mehr als dreist. Die Stuttgarter und andere denkende Menschen kann man mit solchen durchsichtigen Manövern nur motivieren, solchen Unsinn auf keinen Fall hinzunehmen.

  • Euer Unvermögen Liebe S21 Gegner
    hat die öffentlich Meinung beeinflusst und zur Rechtsstaatlichkeit bekehren lassen !

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