Milliardengarantien

EU will griechische Banken retten

Mit massiven Sparmaßnahmen soll Griechenlands Schuldenberg abgetragen werden, gleichzeitig muss aber auch die Wirtschaft wieder auf die Beine kommen. Doch letzteres gestaltet sich schwierig: Der Realwirtschaft ist der Zugang zu Krediten fast vollständig versperrt. Mit Garantien in Milliardenhöhe soll das Dilemma gelöst werden.
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Brüssel.Die EU-Kommission erwägt laut einem Zeitungsbericht, die geschwächten griechischen Banken mit Garantien aus ihren Strukturfonds zu unterstützen. Nach Informationen der Tageszeitung „Die Welt“ aus EU-Kreisen könnte die Behörde von Athen nicht genutzte Mittel in Milliardenhöhe als Garantien einsetzen, damit die Finanzhäuser ihre Kreditlücken wieder auffüllen können.

Nach Angaben des Chefs der EU-Taskforce für Griechenland, Horst Reichenbach, ist es für Griechenlands Wirtschaft ein großes Problem, dass die Realwirtschaft keinen Zugang zu Darlehen bekommt. „Der Bankensektor war sehr solide, hat aber unter der Krise der Staatsfinanzen schwer gelitten. Er ist nicht in der Lage, das so nötige Wachstum zu finanzieren und mitzutragen“, sagte Reichenbach der Zeitung. „Hier kommt den Strukturfonds der EU die wichtige Rolle zu, wenigstens in gewissen Bereichen Finanzmittel zur Verfügung zu haben, um Wachstumsimpulse zu geben.“ Laut Reichenbach begrüßt die EU-Kommission das Angebot der deutschen Länder, Experten in das Krisenland Griechenland zu schicken.

Niedersachsen hatte vergangene Woche bereits die Entsendung von Beamten angeboten. Allerdings müsse die Planung dazu „in geordneten Bahnen geschehen, Wildwuchs schafft eher wieder Chaos als schnelle Ergebnisse“, erklärte Reichenbach. Für den 12. Oktober sei daher eine Koordinierungskonferenz geplant. Der deutsche Taskforce-Chef warnte aber zugleich vor Arroganz. Man dürfe nicht mit einem ,Jetzt komm ich’-Stil herangehen.

  • dpa
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8 Kommentare zu "Milliardengarantien: EU will griechische Banken retten"

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  • Merkel wird so weiter machen wie bisher. Eben wurde sie bei Günther Jauch darauf aufmerksam gemacht, dass sie lt. Amtseid Schaden vom deutschen Volk abzuwenden hat, nicht von der EU.
    Eine deutliche Antwort hat sie gekommt umschifft und nur auf die Vorteile Deutschlands durch die EU verwiesen. Gegen Ende der Sendung hat sie zugegeben, dass sie nicht bereit ist, die EU aufzugeben, auch dann nicht, wenn die deutsche Bevölkerung das will.

    Jetzt wird diese Systemkrise als Vorwand genommen, um noch mehr politische Souveränität abzugeben. Dabei ist erst durch die Währungsunion die Krise in Europa auf diese Dimension angewachsen.

    Das neue Titelblatt des Time Magazine für den 3. Okt. sagt bereits: WHY GERMANY CAN'T SAVE THE WORLD

    http://www.time.com/time/covers/europe/0,16641,20111003,00.html

    Nur unsere Bundeskanzlerin scheint noch an den Weihnachtsmann zu glauben. Und das obwohl die franz. Banken auch vor der Pleite stehen:

    http://www.zerohedge.com/news/france-resets-rumormill-no-plan-recapitalize-banks-until-tomorrow

    Merkel will mal wieder "alternativlos" unser Steuergeld verbrennen.

    Wer solche Politiker hat, braucht keine Feinde mehr!

  • EU uns Euro waren vieleicht einmal gut gedacht, aber....!
    - Kohl (dummer Machtmensch) hat den Sarg gezimmert.
    - Schröder/Fischer (Poltikpopanze) haben den Sarg auf den
    Friedhof getragen.
    - Merkel/Schäuble (Betrügerin der Massen,Parteispenden-
    verbrecher) werden uns beerdigen.
    Dieses Chaos haben Politiker und Bankgierhälse im Euro und
    Dollarraum angerichtet.
    Es ist nicht mehr fern und die ganze Scheiße fliegt uns mit
    einem gewaltigen Knall um die Ohren.
    Danach ist es zeit für eine FRANZÖSISCHE REVOLUTION

  • Sollen nun die griechischen Banken gerettet werden oder soll die griechische Realwirtschaft erleichterten Zugang zu Krediten erhalten?

  • Das Problem der griechischen Banken ist richtig erfasst - ihr eigener Staat hat sie ausgeplündert. Man sollte vielleicht erwähnen, das dazu wohl auch einige Tochterfirmen französischee und deutscher Banken gehören, die durch Mindestreserveregeln und Bankaufsicht gezwungen waren, diese Anleihen zu kaufen. Die Kunst wird aber sein, wenn diese Kapitalhilfen erhalten, zu verhindern, das diese wieder an den griechischen Fiskus gehen, statt zur dringend notwendigen Betriebsfinanzierung verwendet zu werden. Zum anderen Thema - deutsche Beamte hinschicken? Betrachtet man die hiesige Lage, ist das wohl nicht gerade zielführend. Da sollten vielleicht "Beamte" aus Singapur oder anderen effizienten Staatswirtschaften hin. D ist nur im europäischen Vergleich recht gut in dieser Hinsicht.

  • Wann hören unsere Politiker mit NACHdenken auf und fangen an VORAUSzudenken?

  • Der griechische Bankensektor wurde in den Moment instabil als diese in größeren Maßstab „Griechische Staatsanleihen“ erwarben und auf eine eigene Risikobewertung verzichteten.

    Diese Anleihen konnten zwar bei der EZB hinterlegt werden und damit erhielten die Griechischen Banken neues Geld und damit weitere „Griechische Staatsanleihen“ zu erwerben. Die Zinsgewinne waren enorm mit NULL RISIKO.

    Das Risiko übernahm die EZB genauer die Mitglieder der EZB (die Zentralbanken der Euro-Zone) damit haftet jeder Bundesbürger anteilig für die Staatspleite Griechenlands.

    Eine Kapitalisierung der griechischen Banken sollte nicht durch Bürgschaften des gescheiterten Strukturfonds erfolgen. Dabei haften wieder die Hauptzahler der EU (Bundesrepublik Deutschland, Österreich, Niederlande etc.)

    Es ist sinnvoller wenn diese Banken ihr Eigenkapital erhöhen. Dies könnte zum einen der Griechische Staat (leider pleite) oder ausländische Geldinstitute übernehmen.

    Einen eigenständigen Banksektor ist nicht immer zwingend erforderlich, viele Osteuropäische Länder besitzen keinen eigenen Banksektor mehr. In diesen Ländern (z. b. Ungarn) werden die Entscheidungen in Paris oder Mailand gefällt.

    Die Griechen könnten von der „Deutschen Bankenpleite“ aus der Weimarer Republik lernen.


  • Ja ist es denn zu fassen dass die Politik nun auf einmal feststellt, dass das rigorose Sparprogramm zum totalen Zusammenbruch der dortigen Wirtschaft führen MUSS?
    Damit man jetzt nicht zugeben muss, dass diese Finanztransfers niemals aufhören wird, werden sie einfach umbenannt. Alter Wein in neuen Schläuchen!
    Wieviel Dummheit gehört dazu, seine Mitmenschen dümmer zu halten als man selbst ist? Hirnlosigkeit!

  • Nein, "...Man dürfe nicht mit einem ,Jetzt komm ich’-Stil herangehen." Am besten die abgesandten Deutschen Beamten in Griechenland rutschen auf Knien in Athen mit schussicheren Westen. Und fragen, ob die Griechen ihre (kostenlose) Amtshilfe erlauben. Abartig !

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